Baba Kamma

----------




4Baba Kamma

picture0/

GIFT OF

picture1/

Der

Babylonische Talmud

Textkritische Ausgabe.

(Mit einer Realkonkordanz.)

Vokalisiert, übersetzt und erklärt

von

Dr. Jakob Fromer.

pi--;^:l<:^:^ Charlottenburg- 4

ffJS-f^äÄ: Verlag für die Wissenschaft des Judentums

191O.

Der babylonische Talmud

Textkritische Ausgabe.

(Mit einer Realkonkordanz.)

Vokalisiert, übersetzt und erklärt

von

Dr. Jakob Fromer.

Teil I.

(Ordnung 4, Traktat 1)

Baba Katutna.

-»-?-»-

Charlottenburg- 4 Verlag- für die Wissenschaft des Judentums 1910.

Baba Eamma.

Textkritische Ausgabe.

(Mit einer Realkonkordanz.)

Vokalisiert, übersetzt und erklärt

von

Dr. Jakob Fromer.

<^^tof Daniel David L>.-^.,L;.i.

Charlottenburg 4

Verlag- für die Wissenschaft des Judentums

^^WTY

OF,

^

<?::

LIBRARIES

q4

picture2/

\

Druck von Max Scliraersow, Kirchhain N..-L.

Vorwort.

Es schien mir notwendig, nicht eher an die vorliegende Arbeit heranzutreten, - bis ich mir über das Wesen des Talmud, über die Notwendigkeit und die Methode, ihn der Wissenschaft zugänglich zu machen, vor allem mir über meine wissenschaftliche und moralische Qualifikation für ein derartiges Unternehmen Klarheit verschafft hatte.

Um jeder Selbsttäuschung aus dem Wege zu gehen, wandte ich mich mit diesen Fragen an die öffentliche Kritik. In einer Reihe von Werken legte ich ihr mein Wissen, Können und Wollen unverhüllt dar.

Die erwünschte Antwort blieb nicht aus. Lobende und tadelnde, ermunternde und vernichtende Stimmen überschrien einander. Sie alle habe ich mir zunutze gemacht. Befestigte mich der wohlwollende Widerhall in dem für die Ausführung meines Vorhabens unentbehrlichen Selbstvertrauen, so haben mich die Tadler auf Mängel und Fehler aufmerksam gemacht, auf die ich von selbst vielleicht niemals gekommen wäre.

Auf diese Weise habe ich nach einem fast zehnjährigen Tasten und Suchen endlich den Weg gefunden, der mich aller menschlichen Voraussicht nach zum Ziele führen wird.

Allen, die mich auf den unwegsamen, oft ganz aussichtslos erscheinenden Pfaden bisher unterstützt, mich zum Ausharren ermuntert haben, spreche ich meinen wärmsten Dank aus.

Charlottenburg, im März 1910.

Dr. Jakob Promer.

Einleitung.

(Näheres über die Geschichte und Beschaffenheit des Talmud findet der Leser in dem Einleitungsbande: Der Organismus des Judentums, Charlottenburg 1909.)

Ä. Geschichte.

Unter Mischnajjot) versteht man diejenigen Lehrsätze, die von den jüdischen Gelehrten, die bis zum Anfang des dritten nach-christlichen Jahrhunderts gelebt haben, herrühren.

Um diesen Zeitpunkt hat der Nasi^) R. Jehuda I diese Lehrsätze in einem Werke zusammengefaßt, das schlechtweg Mischnajjot und auch Mischna genannt wird.

Es ist in folgende sechs Ordnungen (Sedarim, Einzahl Seder) geteilt:

1. Seraim ?Saaten, handelt über den Feldbau, 63 resp. ^j Seiten3).

2. Moed ?Fest, handelt über die Feiertage. ]}^ ? ^o ?

3. Naschim ?Frauen, Eherecht. 74 ? 78 ?

4. Nesikin?Beschädigungen, Zivil-und Strafrecht. 86 ? 96 ,,

5. Kodaschim ?Heiligkeiten, Tempelrecht. 86 ,, 88 ,,

6. Taharot^) ?Reinheiten, Reinheitsgesetze. 116 ,, 120 ?

Die Ordnungen zerfallen in Traktate (Massektot, Einz. Massekta), die Traktate in Abschnitte (Perakim, Einz. Perek), diese wiederum

^) Wiiöö, so die traditionelle Lesart. Moderne Lesart: rl»Jtöö. Scherira Gaon, Brief, ed. Goldberg, Seite 7, hat niKJ»D. Vgl. filN^iJö und ninpö (Jerusch. Ketubot XIII).

Einzahl Mischna (von WU? I, vortragen, überliefern, vgl. Baba Mezia 44 a: -IJ^ rfit ?du hast uns vorgetragen, überliefert) bedeutet ?das Überlieferte. Vgl. Mikra (von sip I lesen) ?das Gelesene, ?die Schrift.

*) Kl^Ji eigentlich Fürst, hier: Patriarch, religiöses Oberhaupt.

^) Die gewöhnlichen Mischnaausgaben sind stets mit Kommentaren oder Über-setzungen gedruckt. Der Umfang des Textes läßt sich deshalb aus ihnen nicht genau ermitteln. Die einzigen bekannten bloßen Textausgaben sind: i. die in Amsterdam im Jahre 1648 gedruckte vokalisierte Mischna, 2. die Lowesche Mischna des pal. Talmud, Cambridge 1883. Diese beiden wurden dieser Zählung zugrunde gelegt. Eine Seite der erstem Ausgabe hat 32 Zeilen 48 Buchstaben, eine Seite der letztern hat 30 Zeilen ä 55 Buchstaben.

?«) miriü^ so in der Amsterdamer vokalisierten Ausgabe. Levy liest 5!?, andre lesen nlltits

in Satzgruppen, die, wie das ganze Werk, Mischnajjot, Einzahl Mischna, auch Halakot, Einzahl Halaka, genannt werden.

Das Mischnawerk R, Jehudas hat bald nach dem Abschlüsse ?ein kanonisches Ansehen erlangt. Es bildete fortan in den Lehr-häusern den Hauptgegenstand des Studiums.

Das Ergebnis dieses Studiums haben in der Zeit zwischen dem fünften und sechsten Jahrhunderte die Leiter der palästinensischen und babylonischen Lehrhäuser, wahrscheinlich unabhängig voneinander, in je einem Werke zusammengefaßt. Das eine wird der jerusalemische oder palästinensische, das andere der babylonische Talmud*) genannt.

Der Talmud hat in beiden auf uns gekommenen Fassungen einen scholienartigen Charakter. Aus dem Mischnastücke 2), das als Text vorangeht, werden nacheinander einzelne Worte oder Satzteile hervorgehoben und erklärt. Diese Erklärung wird zur Unterscheidung von dem vorangehenden Misehnatexte Gemara (das Gelernte) genannt.

Unter Talmud im engeren Sinne versteht man also das mit einer scholienartigen Erklärung, der Gemara, versehene Mischna-werk R. Jehudas.

Sowohl der palästinensische als auch der babylonische Talmud sind unvollständig auf uns gekommen. Von den 63 Traktaten, die die Mischna umfaßt, sind im jerusalemischen Talmud 39 und im babylonischen Talmud nur 36 Traktate mit Gemara versehen.

In den Jahren 1520?23 sind bei Daniel Bomberg in Venedig beide Talmudwerke zum ersten Male vollständig gedruckt worden. Der jerusalemische Talmud ist in dieser Ausgabe ohne Kommen-tare. Er umfaßt 626 Folioseiten. Dem babylonischen Talmud sind in dieser Ausgabe ein Kommentar und Glossen beigedruckt, die zusammen etwa den halben Raum einnehmen. Das ganze Werk hat einen Umfang von 5700 Folioseiten.

Die späteren Ausgaben haben die Bombergsche Paginierung beibehalten.

) Talmud (von iah I, lernen, forschen) bedeutet ?die Forschung, ?die Ab-leitung. Vgl. h)üM die Wohltat von hü3 I wohltuen. Das Wort Talmud unterscheidet sich von dem synonymen Midrasch dadurch, daß jenes die Tora, dieses die Tradition, die Mischna, zum Gegenstande hat.

) In den handschriftlichen Talmudexemplaren besteht das den Scholien vorausgeschickte Stück gewöhnlich aus einem ganzen Abschnitt. In den gedruckten Aus gaben hingegen (mit Ausnahme der ed. princ. des paläst. Talmud) besteht das Stück aus einer einzelnen Satzgruppe, die im babylonischen Talmud Mischna, im jerusalemischen Talmud aber Halaka genannt wird.

B. Inhalt.

Der Talmud setzt sich aus einem sachlichen und einem dis-kurssiven Inhalt zusammen. Der sachliche Inhalt zerfällt in einen verbindlichen und einen unverbindlichen Teil. Verbindlich ist alles, was auf die Reglung des religiösen, privaten und gesell-schaftlichen Lebens abzielt. Unverbindlich sind die Äußerungen allgemein wissenschaftlicher Natur, so z. B. die historischen, natur-geschichtlichen, philologischen Betrachtungen usw.

Die Diskussion hat die Erklärung des sachlichen Inhalts zur Aufgabe.

Die jüdische nachtalmudische Literatur, die sich mit dem Talmud befaßt, wird rabbinisch genannt. Die rabbinische Literatur hat sich nach drei Richtungen hin entwickelt: nach der ex-egetischen, kodifikatorischen und dezisorischen.

Die Exegeten suchen den Talmud, ohne Rücksicht auf seinen Inhalt, zu erklären. Der beste und anerkannteste Talmudkommentar ist das von Salomo Jizchaki (gest. 1105) verfaßte Werk, Raschi genannt. Dem Raschikommentar nahe an Ansehen stehen die Tosafot, das sind die von französischen und deutschen Gelehrten des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts herrührenden Glossen.

Die Codices und die Dezisionen haben den sachlichen Gehalt des Talmud zum Gegenstand. Jene stellen ihn systematisch, diese in der talmudischen Reihenfolge (Kompendien) oder von Fall zu Fall (Responsen) dar.

Die grundlegenden Werke der Codicesliteratur sind:

1 . Mischne Tora (die zweite Lehre) von Moses Maimonides (113s?1205).

2. Turim (Reihen) von Jakob ben Ascher (1280?1340).

3. Schülchan Aruch (gedeckter Tisch) von Josef Karo (1488?1575), ist eine Überarbeitung der Turim.

Den gesamten, den verbindlichen und unverbindlichen, sach-lichen Gehalt des Talmud darzustellen haben unternommen:

1. Isaak Lampronti (1679?1756) in seinem Realwörterbuche Pachad Jizchaki).

2. J. Hamburger in seiner Realenzyklopädie für Bibel und Talmud2).

^) Buchstabe A-M in fünf Bänden, Venedig, Reggio und Livorno 1750?1840; Buchstabe N-Anfang K in fünf Bänden, Lyck 1864?1874;. Buchstabe K-T in vier Bänden, Berlin 1885?1888.

^) Abteilung II, die .talmudischen Artilcel von A-Z, und Supplementband Strelitz 1883 und Leipzig 1886.

Den gesamten talmudischen sachlichen Gehalt im Wortlaute systematisch darzustellen, ist die Aufgabe einer Realkonkordanz, deren Grundlägen in der hier geplanten Talmudausgabe gegeben werden ^).y

C. Text

I. Sprache.

Die Sprache der Mischna ist neuhebräisch, die des palästi-nensischen Talmud westaramäisch, die des babylonischen Talmud ostaramäisch.

Der Erforschung der talmudischen Sprache dienen:

1. Die aramäischen Stücke des alten Testaments (Esra, Nehe-mia und Daniel).

2. Die samaritanischen Schriften (Pentateuchübersetzung, Hymnen und Chroniken) 2).

3. Inschriften^).

4. Targumim, das sind die westaramäischen Übersetzungen des alten Testaments, die von Juden herrühren:

a) Targum Onkelos zum Pentateuch*).

b) Targum Jonathan zu den Propheten 5).

c) Targum Jeruschalmi I und II (PseudoJonathan) zum Pentateuch &).

d) Das Targum zu den Hagiographen^).

.5. Die Schriften der Mandäer, einer nichtjüdischen Bevölke-rung Süd-Babyloniens zwischen Bagdad und Chusistan, also aus der Gegend, wo die Talmudschulen der baby-lonischen Juden geblüht habend).

^) Vgl. Zeitschrift für alttestamentliche Wissenschaft, Jahrgang 25 (1905) Heft 2.

*) Vgl, Rosenberg, Lehrbuch der samaritanischen Sprache und Literatur, Wien 1901.

) Vgl. Corpus inscr. semit. II, i.

*) Wahrscheinlich im zweiten nachchristlichen Jahrhundert in Palästina entstanden und im fünften Jahrhundert in Babylonien fixiert. Neueste Ausgabe von A. Berliner, Berlin 1884.

) Wahrscheinlich aus dem fünften nachchristlichen Jahrhundert. Neueste Ausgabe von Paul de Lagarde, 2. Auflage Göttingen 1887.

*) In der Biblia Rabbinica 1524 abgedruckt.

) Von Lagarde herausgegeben, Leipzig 1873. -

*) Vgl. Nöldeke, Mandäische Grammatik, Halle 1875; Brandt, Mandäische Schriften aus der großen Sammlung heiligerBücher übersetzt und erläutert, Göttingen 1893.

6. Die syrische Literatur, deren Sprache einen Zweig des ostaramäischen Dialekts bildet. Das für die Erforschung der talmudischen Sprache wichtigste syrische Werk ist die in den ersten drei christlichen Jahrhunderten entstandene Bibdübersetzung, Peschita genannt^).

Lexika.

1. Natan ben Jechiel (starb 1106), Aruch, Wörterbuch zum Talmud. Zum ersten Male ungefähr in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert, ohne An-gabe des Ortes und Jahres erschienen. Neueste Ausgabe von Alexander Kohut unter dem Titel Aruch completum, Band r?8 nebst einem Supple-mentheft Wien 1878?92.

2. Joh. Buxtorf (der Ältere), Lexicon Chaldaicum, Talmudicum et Rabbinicum, Basel 1640.

3. J. Levy, Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim. Band i?4, Leipzig 1876?89.

4. M. Jastrow, Dictionary of the Targumim, the Talmud Babli and Jerushalmi and the Midrashic Literature. London und New-York 1886?1903.

5. G, Dalman, Aramäisch-neuhebräisches Handwörterbuch zu Targum, Talmud und Midrasch, Frankfurt a. M. 1901.

6. S. Krauß, Griechische und lateinische Lehnwörter in Talmud, Midrasch und Targum, Band 1?2, Berlin 1898?99.

7. S. D, Luzzatto, Elementi grammaticali del Caldeo, Biblico e del dialetto Tal-mudico Babilonese. Padua 1865. Deutsch von M. S. Krüger unter dem Titel: Grammatik der biblisch-cbaldäischen Sprache und des Idioms des Talmud babli. Breslau 1S73.

8. G. Dalman, Grammatik des jüdisch-palästinensischen Aramäisch. 2. Auflage 1905.

II. Vokalisation.

Die hebräische und aramäische Sprache hat ? wie alle semitischen Sprachen ? in der Schrift zur Bezeichnung der langen Vokale ursprünglich die Buchstaben ^*, n, 1, ? verwendet, und zwar: N und n für die Vokale a, e, i und o; 1 für o und u; 1 für i und e. Die kurzen Vokale blieben unbezeichnet. Erst in der Zeit nach dem Abschluß des Talmud haben die Juden das unter dem Ein-fluß der Griechen von den Syrern gebildete diakritische Vokalsystem (sogenannt, weil die Vokalzeichen über oder unter die Konsonanten gesetzt werden) übernommen. Mit diesen Zeichen wurden zunächst das alte Testament und später die Targumim versehen. Die Aus-sprache des Talmud in gleicher Weise sicher zu stellen, ist bisher noch nicht unternommen worden 2).

) Zum ersten Male in der Pariser Polyglottenbibel 1645 abgedruckt. *) Eine Ausnahme bildet die Mischna, deren Vökalisierung wenigstens von einzelnen versucht worden ist. Es sind im ganzen fünf vokalisierte Mischnatexte bekannt:

In dem jüngst erschienenen Buche ?Der Organismus des Judentums, Seite 185?88, hat der Verfasser zum erstenmal die Vokalisierungsfrage des Talmud zur Diskussion gestellt. Die Ant-worten fielen durchweg ablehnend aus. Die Talmudgelehrten des Ghetto halten eine Vokalisierung des Talmud für überflüssig, weil, wie sie meinen ?beim Leser die Kenntnis der talmudischen bzw. hebräischen Sprache, zu der vor allem die richtige, wenn auch der grammatischen Finessen entbehrende Aussprache der unvokalisierten Worte gehört, vorausgesetzt wird. Wissenschaftlich gebildete Talmudkenner hingegen gestehen, daß man gegenwärtig außer-stande sei, den Talmud richtig zu vokalisieren, da man nicht wisse, wie die Verfasser dieses Werkes das Aramäische ausgesprochen haben.

Den erstem Einwand braucht man wohl nicht zu widerlegen. Aber auch der letztre hat den Verf. in seinem Entschlüsse, den herauszugebnen Text mit Vokalen zu versehen, nicht zu erschüttern vermocht. Wer einen Text übersetzt, muß ihn auch lesen können. Da der Verf. sich an eine Übersetzung des Talmud heranwagt, so ist es seine Pflicht, die Vokale, die er sich bei der Übersetzung notwendigerweise denken muß, dem Leser mitzuteilen.

.Glücklicherweise ist aber auch die Möglichkeit, die ursprüng-lichen Vokale des Talmuds zu ermitteln, durchaus nicht so gering. Freilich sind wir nicht ohne weiteres zur Annahme berechtigt, daß die Verfasser des Talmud ihrenText genau nach den Schulregeln?etwa der syrischen Grammatik ? ausgesprochen haben. Aber wir besitzen für unsern Zweck noch ein andres Mittel: die in den Talmud-schulen des Ostens übliche Aussprache des talmudischen Textes 1),

I. Cod. hebr. Parma, No. 138 (vgl. I. B. de Rossi, Mss. Cod. Hebr., I, 90, Parma 1803.), aus dem 13. Jahrhundert, nur bis zur Hälfte vokalisiert.

2 Mischnakodex des Rabbinerseminars zu Budapest (vgl. S. Krauß, Monatschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, 1907, S. 54?86, 142?163,

323?333, 445?461-

3. Die von dem portugisischen Juden Jakob Jehudade Leon vokalisierte Mischna, in Amsterdam 1648 gedruckt.

4. Die Jostsche Ausgabe. Berlin 1832?34.

5. Die seit 1887 in Berlin erscheinende Mischnaausgabe von A. Sammter und D. Hoffmann.

Diese Versuche haben aber fast gar keine Beachtung gefunden.

) Für die Zuverlässigkeit und Konstanz dieser durch eine ununterbrochene Tradition auf uns gekommene Aussprache zeugt die Tatsache, dafi in dem jüdisch-deutschen Idiom, das die Juden vor mehreren Jahrhunderten aus Deutschland nach dem Osten mitgebracht haben und das seither von der Sprache und Literatur Deutsch-lands unbeeinflufit geblieben ist, die neuhochdeutschen Vokale quaUtativ iind quanti-

In den meisten Fällen stimmt die polnische Vokalaussprache des Talmuds (abgekürzt: P.) mit den grammatischen Regeln der aramäischen Sprache, (abgekürzt: G.) überein. Da P. in den letzten Jahrhunderten von G. nur in sehr geringem Maße beeinflußt worden ist, so darf man wohl diejenigen Vokale, die das Zeugnis beider für sich haben, mit ziemlicher Sicherheit für ursprünglich ansehen. Damit ist für den Versuch, eine Vokalisation durchzuführen, eine breite Grundlage gewonnen. In den Fällen, in denen G. und P. differieren, ist in Betracht gezogen worden, ob es wahrscheinlich ist, daß die Abweichung der poln. Lesart von der grammatischen durch Nachlässigkeit entstanden ist, oder nicht. Im erstem Falle wurde durchweg G. ^), im letztern Falle P.^) gefolgt. Es blieb nur eine sehr geringe Zahl von Fällen übrig, in welchen die Frage, ob bei P. eine Nachlässigkeit vorliegt oder nicht, offen gelassen werden mußte. In diesen Fällen wurde im Texte die Punktation unterlassen und in der Anmerkung auf die vorhandne Differenz hingewiesen).

Hilfsmittel.

1. Die Amsterdamer vokalisierte Miscbnaausgabe (A.).

2. Job. Buxtorf, Lexicon Chaldaicum, Talmudicum et Rabbinicum, ed. Fischer, Band i?2, Leipzig 1866?74.

3. J. Levy, Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch.

4. Luzzatto, Elementi g-ramaticali ...

5. Dalman, Aramäisches, neuhebräisches Handwörterbuch.

6. Dalman, Grammatik des jüdisch-palästinensischen Aramäisch.

7. Targum Onkelos, ed. Berliner.

8. Landauer, die Masora zum Onkelos, Amsterdam 1896.

9. Die übrigen Targumin nach der Biblia Rabbinica.

10. Th, Nöldeke, Kurzgefaßte syrische Grammatik, 2. Auflage, Leipzig 1898.

11. Payne Smith, Thesaurus syriacus, T. 1?9 und T. 10, Heft i. Oxford 1866?97.

tativ unverändert geblieben sind. So haben beispielsweise im polnischen Ghetto die kurzen Vokale a, e, i, 0 und das lange i sich vollkommen rein und unverändert er-halten (z. B. Dach, Bett, Tisch, Gold, Brief usw.) Die langen Vokale a, e, 0 und das kurze und lange u weichen zwar phonetisch vom Neuhochdeutschen ab (u für a, ei für e, oi für 0, i für u). Diese Abweichung ist aber konstant. Jedes jüdisch-deutsche u z. B. entspricht stets einem neuhochdeutschen langen a. (Vuter, leigen=Vater, legen.)

*) So pflegt P. abweichend von G. die Präfixe a, i, i, 5, ;, und fi unkoatrahiert zu lassen und a, ;, s, und n am Anfange des Wortes stets, ohne Rücksicht auf den vorhergehenden Buchstaben mit einem Dagesch zu versehen. In diesen Fällen wird nach G, vokalisiert, ohne von P. Notiz zu nehmen.

??*) z. B. P: -IJa, G: Ua; P: «?, G: «7. Auf die Difierenz wird stets in der Anm. aufmerksam gemacht.

**) z, B. P: n-rtla G: mfe: P: V, G: in.

XIV

III. Wortlaut.

Die bei Daniel Bomberg iii Venedig 1520?23 vollständig hergestellte Talmudausgabe bietet einen unverstümmelten Text, während in den seither erschienenen Ausgaben alle Stellen, die auf das Christentum Bezug haben, entweder von der Zensur, oder ? aus Furcht vor Unannehmlichkeiten ? von den Druckern selbst entfernt wurden).

Aber in dieser Vollständigkeit liegt der einzige Vorzug dieser Ausgabe. In bezug auf die korrekte Wiedergabe des Textes steht sie hinter den spätem Ausgaben weit zurück. Sie ist, wie Rabbinovicz (Variae lectiones, Einleitung, Seite 50?52) bezeugt, voller Fehler. Sie kann auch nicht im eigentlichen Sinne als ?erste Ausgabe, wie sie bezeichnet zu werden pflegt, gelten, da schon in den Jahren 1484?1519 in Soncino und Pesaro die wichtigsten 25 von den 36 Traktaten, die der babylonische Talmud umfaßt, gedruckt worden sind (vgl. Rabbinovicz 1. c).

Jedenfalls erscheint es durchaus ungerechtfertigt, wenn in neuerer Zeit die Herausgeber von Talmudwerken diese Ausgabe unter der Bezeichnung ?ed. princeps ganz unverändert als Text abdrucken.

In der Folgezeit hat es an Versuchen, einen korrekten Text herzustellen, nicht gefehlt. Justiniani hat in seiner 1546?51 in Venedig veranstalteten Ausgabe den Bombergischen Text an der Hand von Manuskripten korrigiert. Immanuel Benveniste hat in der in Amsterdam 1644-^48 erschienenen Ausgabe die text-kritischen Arbeiten des Salomo Lurja (gest. 1573) verwertet. In die 1720?23 in Frankfurt a/M. erschienene Ausgabe ist auch die Variantensammlung des Samuel Edels (1555?1631) und in die 1896 in Wilna bei Komm erschienene Ausgabe sind noch andre Väriantensammlungen (Elia] Wilna u. a.) aufgenommen worden. Alle diese Versuche haben aber zu einem befriedigenden Resultate nicht geführt. Es fehlte ihnen das Planmäßige, die wissenschaftliche Methode. Einen ernsten Anlauf, einen textkritischen Apparat methodisch herzustellen, haben zwei Männer genommen: Bezalel Aschkenasi und R. Rabbinovicz. Bezalel hat in dem Werke

?) Die weggelassenen Stellen sind mehrere Male vollständig gesammelt und gedruckt worden unter den Titeln:

1. niai2»nn nxnp, i. Ausg. o. 0. u. J., 2, Ausg, Krakau 1893.

2. mas naBn, Leniberg 1858.

ScMtta mekubbezet die von mehreren altern Glossatoren und Kommentatoren verzeichneten Varianten darg-esteilt i).

Dieses Werk ist aber bisher für textkritische Zwecke noch ganz unbenutzt geblieben. Rabbinovicz hat den Text der, gewöhn-lichen Ausgabe mit dem Münchener Codex hebr. 95 verglichen. Er hat auch noch mehrere andre Handschriften (Vatikan, Florenz, Paris, Hamburg, Oxford u. a.) u. die beiden ersten Talmudausgaben (Soncino und Pesaro und Venedig) herangezogen. Die so gesam-melten Varianten hat er in seinem Werke Variae lectiones in Mischnam et in Talmud Babylonicum, Band i ?15, München 1868?86, verzeichnet. Diese Arbeit, die nur die i., 2., 4. und einen Teil der 5. Ordnung umfai3t, ist aber, wie aus den beiden diesem Hefte beigegebenen Faksimiles der Münchener und Ham-burger Handschrift zu ersehen ist, sehr ungenau. Ein Text, der sich lediglich auf R. bezieht, die Handschriften aber zur Ver-gleichung nicht heranzieht, kann also als wissenschaftlich nicht angesprochen werden.

Dem Texte der hier geplanten Ausgabe liegt der bereits erwähnte Wilnaer Druck von 1896 (abgekürzt: W.) zugrunde. Es werden aber diejenigen Lesarten, die als die besten erscheinen, in den Text aufgenommen. Auf die Abweichung von W. wird dann in einer Anmerkung aufmerksam gemacht.

Zur Ermittlung des ursprünglichen Wortlautes werden für den vorliegenden Traktat folgende Handschriften bzw. Ausgaben heran-gezogen:

1. Codex Berolin (Ba.), Or, Fol. ,567. Ordnung 2?4 der Mischna mit dem Kommentar des Maimonides in hebräischer Übersetzung 2).

2. Codex Berolin (Bb.), Or. Qu. 568. 4. Ordnung der Mischna mit dem arabischen Kommentar des Maimonides^).

3. Cod. hebr. 95 der Kgl. Bibliothek in München (M.). Voll-ständiges Talmudexemplar, im Jahre 1343 angefertigt^).

) Beza, 1731; Ketubot, Konstantinopel 1738; Nasir, Ofen 1820: Sota, 1800; BabaKamma,Venedig 1762; BabaMezia, Amsterdam 1721; Baba Batra, Lemberg 1S09. Vgl. Steinschneider, Katalog der Bodleiana, Seite 798?99.

^) Vgl. M. Steinschneider, Verzeichnis der hebräischen Handschriften der Kgl. Bibliothek zu Berlin 1878, No. 24.

^J Vgl. Steinschneider 1, c.

*) Vgl. Rabbinovicz, Variae lectiones i, Einleitung, S. 27 und v. u. Faksimile i.

4- Cod. Florentin (F.) Talmudtraktat Baba Kamma , . .).

5. Cod. Parma (P.). Vollständiges Talmudexemplar, ungefähr aus dem 16. Jahrhundert^).

6. Cod. Vatican (V.). Talmudtraktat Baba Kamma, wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert 3).

7. Cod. No. 165 der Hamburger Stadtbibliothek (H.), im Jahre II 84 angefertigt. Talmudtraktat Baba Kamma . . .^).

8. Die I. Ausgabe der Mischna, Neapel 1492 (Ne.).

9. The Mischnah on which the Palestinian Talmud rests. ed. W. H. Lowe, Cambridge 1883 (Lo.).

10. Die I. Ausgabe des Traktates Baba Kamma, Pesaro ca. 1511 (Pe.).

11. Die in Venedig bei Daniel Bomberg (Bo.) in den Jahren

1520 ? 23 erschienene Talmudausgabe.

12. Das Kompendium des Isak Alfasi (Alf.). Cod. BeroL, Or. Fol. II 5).

13. Der Codex ?Mischne Tora des Maimonides (Maim.)^), Soncino 1490.

14. Schulchan Aruch des Josef Karo) Venedig 1567.

15. Die Glossen des R. Chananel (Ch.). Der Vilnaer Ausgabe beigedruckt.

16. Die Tosafotglossen. Der Wilnaer Ausgabe beigedruckt.

V) Vgl. Rabbinovicz 9, Einleitung. Im Traktate Baba Kamma fehlt Blatt 2?4.

^J Vgl. Perreau, Cat. dei cod. ebr. della Bibl. di Parma, Firenze 1880, Serie 2, No. 52. Ferner: Hebr. Bibliographie XIV (1874), S. 60.

^) Vgl. Assemani, Bibl. Apost. Vat. cod. man. Catalogus, Rom 1756 I, No. 116.

*) Vgl. M. Steinschneider, Katalog der hebr. Handschriften in der Stadt-bibliothek zu Hamburg 1878; Rabbinovicz g, Einleitung und v. u. Faksimile 2.

^) Vgl. M. Steinschneider, Verzeichnis der hebr. Handschriften der Kgl. Bibliothek zu Berlin.

) I. = Buch I : pß; II. = Buch 2: nans; III. = Buch 3: D^iöi; IV. = Buch 4: Dw; V. = Buch 5: nicnp; VI. = Buch 6: fiN^jun; VII. = Buch 7: d»J)1t; VIII. = Bucii 8: mnv; IX. = Buch 9: nuaip; X. = Buch 10: mna; XI. = Buch 11: |»p»TJ. XII. = Buch 12: I»Jp; XIII. = Buch 13: d>öbbö. XIV. = Buch 14: nam».

Die Bücher zerfallen in Abschnitte (nisjn, Einz. nsin), die Abschnitte in Kapitel (pne, üpis), diese in Satzteile (nsjn mit folgender Ziffer, z. B. n nsS.i. Die Abschnitte hingegen werden, mit hn und dem darauf folgenden Namen, z. B.: poe pra hn, bezeichnet).

) I. = Buch i: D»tn mis; II. = Buch 2: njn mv; III. = Buch 3: ujin jan; IV. = Buch 4: aswö j^n.

Die Bücher zerfallen in Paragraphen (löD, DUB»Dj, diese in Sätze ft)>})D, B>B>5)d).

XVII-

17. Schitta mekubbezet des BezalelAschkenasi (Bez.),Venedig 1762.

18. Jalkut des Simon Darschan (J.), Frankfurt a/M. 1687.

19. Parallelstellen der talmudischen Literatur (babylonischer, jeru-salemischer Talmud, halakische und aggadische Midraschim) 1).

D. Kommentar.

Wer den Talmud gemeinverständlich machen will, darf sich nicht auf eine Übersetzung und sachliche Anmerkungen beschränken. Die talmudischen Gedankengänge sind derart verschlungen, daß selbst diejenigen, die sich von Kindheit an mit dem Studium dieses Werkes befassen, in diesem Labyrinth ohne Leitfaden (Raschi-kommentar, Tosafot u. a.) sich nicht zurechtfinden können.

Die Erklärung, die hier der Übersetzung und den textkritischen, grammatischen und historischen Anmerkungen beigefügt wird, kann zwar die zahlreichen Hilfsmittel, die dem Fachmann für ein tiefes Eindringen in den talmudischen Sinn zur Verfügung stehen, nicht ersetzen, sie dürfte jedoch für denjenigen, der sich mit einem Er-fassen des einfachen Sinnes begnügen will, ausreichen.

Zum Zwecke einer leichten Übersicht wird der Text nach der logischen Disposition gegliedert.

Am Schlüsse eines jeden Traktates wird der sachliche Gehalt systematisch dargestellt. Die Fortentwicklung, die der verbindliche Teil erfahren hat, wird durch die Angabe der Behandlung, die er in den Codices des Maimonides (Mischne Tora) und des Josef Karo (Schulchan Aruch) gefunden hat, gezeigt.

Abkürzungen.

A. = Vokalisierte Mischnaausgabe. Amsterdam 1648. Ac. = Aruch completum, ed. Kohut.

Alf, = Kompendium des Isak Alfasi. Cod. Berolin. Or. Fol. ii. Ba. ::= Cod. Berolin. Or. Fol. 567. . Bb. = Cod. Berolin. Or. qu. 568. Bez. = Bezalel Aschkenasi, ScliiÜa mekubbezet.

^) Es wird ausdrücklicli hervorgehoben, daß für das Probeheft die Nummern 6 und 10 nach den Angaben des Rabbinovicz, Variae lectiones. Band 12, zitiert werden mußten, und daß No. 6 (von R. nicht benutzt) überhaupt nicht herangezogen werden konnte, weil, mit Rücksicht auf das beschleunigte Erscheinen dieses Heftes, das Eintreffen der bestellten Photogramrae nicht abgewartet werden durfte. Diese drei Nummern werden aber bereits in der nach Schluß der Subskription erfolgenden Neuausgabe des i. Hefts im Originale zur Vergleichung herangezogen werden.

Bo. = Erste Bombergsche Ausgabe des babylonischen Talmud. Venedig

1520?23. Ch. = Glossen des R. Chananel. ?

G. = Grammatisclie Lesart, F. = Cod. Florentin. H. = Cod. der Hamburger Stadtbibliotbek, No. 165.

J. = Jalkut. Lo. = Mischna on which the Pal. Talmud rests ed. Lowe. M. = Cod. hehr. 95 der König!. Bibliothek in München. Maim. = Maimonides, Misehne Tora.

Ne. = Erste Mischnaausgabe. Neapel 1492. P. = Polnische Lesart. Fe. = Traktat Baba Kamma. Pesaro ca. 1511. To. == Tosafotglossen. V. = Cod. Vatican. W. =-. Wilnaer Talmudausgabe von 1896.

Inhalt.

? Der vorliegende Traktat zerfällt in lo Abschnitte und umfaßt iig Blatt. Er handelt über Beschädigungen, die direkt (durch die Person selbst) oder indirekt (durch das Eigentum) verursacht werden, und läßt .sich inhaltlich in 4 Teile zerlegen. , , . ,

I. Abschnitt i~6: Indirekte Beschädigungen (Bl. 2?öab).^ .. 2. ? 7: Diebstahl (BL 62b?83a). . ? ..

. 3. ? 8: Direkte Körperverletzung (Bl. 8.3 b?93 a). 1

4. ? 9 ? 10; Raub (El. 93b?119b). ; ;

Inhalt dieses Heftes: Absclinitt i.

Mischna i nebst Gemara (Bl, 2?gb). Mi sehn a. Seite

A. Welche Bescliädigungsarten im Pentateuch vorkommen i

B. Die Merkmale dieser Beschädigungsnrten 3

Gemara.

Scholion i. Die liauptanen der Beschädigungen: weiche Unterarten sie haben,

und wodurch sie sich von jenen miterscheiden. (2?3bj . . . 5?2g

A. Einleitende Frage. Wie verhalten sich die Unterarten zu den Hauptarten 5

B. Analoga:

I. Das Verhältnis derHaupt- und Unterarten der am Sabbat verbotenen

Arbeiten zueinander 5-

JI. Das Verhältnis der Haupt- und Unterarten der Verunreinigungen zu-einander S

C. These: Manche Unterarten gleichen den Hauptarten und manche nicht 9

D. Die Beschädigung durch den Ochsen 9?22

I. Die Beschädigung durch das Hörn 9

1. Die pentateuchische Stelle, von der die Beschädigung durch das Hörn abgeleitet wird, und zwei Beweise für die Richtigkeit der Ableitung.

2. Notwendigkeit des 2. Beweises für die Richtigkeit der Ableitung.

3. Die Unterarten der Beschädigung durch das Hörn, a) Die I. Unterart: Stoßen ntit dem Körper.

aaj Die Bedeutung des Exod. 21,3511. vorkommenden Verbums

?Negifa«. bb) Anwendung des Exod. 21,28 vorkommenden Vcrba ?Kegicha

und ?Negifa.

Seite

b) Die 2. Unterart: Beißen. Itir Verhältnis zur Beschädigung durch den Zahn.

c) Die 3. und 4. Unterart: sich Hinwerfen und Aufschlagen. Ihr Verhältnis zur Beschädigung durch den Fuß.

4. Das Verhältnis der Beschädigung durch das Hörn zur These. II. Die Beschädigung durch den Zahn und den Fuß 15

1. Die pentateuchischen Stellen, von denen diese Beschädigungsarten abgeleitet werden, und die Beweise für die Richtigkeit der Ableitung.

a) Die Notwendigkeit des Beweises für die Richtigkeit der Ableitung der Beschädigung durch den Fuß.

b) die Notwendigkeit des Beweises für die Richtigkeit der Ableitung der Beschädigung durch den Zahn.

c) Die Notwendigkeit beider Ableitungsstellen.

2. Die Unterarten der Beschädigung durch den Zahn.

3. Die Unterarien der Beschädigung durch den Fuß.

E. Die Beschädigung durch die Grube. Ihre Unterarten 1%

F. Die Flurbeschädigung durch Mabe. Ihre Unterarten 25

G. Die Beschädigung durch das Feuer. Ihre Unterarten 27

H. Die Beschädigung durch den Fuß. Wiederaufnahme der Diskussion darüber 28

Realkonkordanz 30

Faksimile i?2 36?38

MISCHNA 1.

A..

-ii?Dnm nrrj^n iiam ^Wn rpt: ms« nra^ix i

i Vier Väter der (indirekten) Bescliädig-ungen (kommen im

Pentateuch vor): der Ochse und die Grube, das Abweiden (Mabe) imd das angezündete Feuer.

A. WELCHE BESOHÄDIGÜNGSARTEN IM PENTATEÜOH

VORKOMMEN.

Wie aus der Gemara (w. u. 4 b) zu ersehen ist, hat der Redaktor unserer Mischna mehrere Lehrsätze, die sich mit dieser Frage befassen, vorgefunden.

In einem von R. Oschija überHeferten Lehrsatze werden 13 penta-teuchische Beschädigungsarten genannt:

L Beschädigung oder Verlust einer Sache, die jemand

I. und 2. zur Aufbewalrrang (gegen Belohnung oder olme Be-lohnung) gegeben, 3. veriiehen, 4. vermietet hat.

IL Folgen der Körperverletzung:

5. Minderwertigkeit, 6. Schmerz, 7. Kosten für die Heilung, 8. Arbeitsunfähigkeit, 9. Schande.

III. Mittelbare Beschädigungen:

IG. Die Beschädigung eines Menschen oder eines Tieres durch einen Ochsen.

11. Die Beschädigung eines Tieres durch eine offene Grube.

12. Die Feldbeschädigimg durch weidendes Vieh.

13. Die Feldbeschädigung durch Feuer.

Ein von R. Chijja überlieferter Lehrsatz hat sogar 24 Beschädi-gungsarten :

1.-3. Diebstahl (wenn man das Gestohlene beim Dieb gefunden oder nicht gefunden hat, oder wenn der Dieb sich selbst be-zichtigt). 4. Raub. 5. Meineid. 6. Notzucht. 7. Ver-führung einer Jungfrau. 8. Verleumdung einer Jungfrau,

Baba Kamma 1, i. Bl. 2»

9. Verunreinigung von Geheiligtem. 10. Vermischung von Geheiligtem mit Ungeheiligtem. 11-23. Die vorher ge-nannten dreizehn Beschädigmigsarten. Unsere Mischna ha:t nach Ansicht der Gemara (w. u. 4a) nur

mittelbare Beschädigungen behandeln wollen, weshalb nur die bei R. Oschija

nnter 10?13 verzeichneten Fälle angeführt werden.

Nach einem anonymen Lehrsatze (w. u. S. 9) zerfällt die Be-schädigung durch den Ochsen in drei Hauptavten: die Beschädigung durch das Hörn, den Zahn und den Fuß.

nm. So G. u. Meiri bei Bez. ? P. 11. A.: nl2N. ? ?Vater wird das genannt, ?was im Pentateuch ausdrücklich vorkommt (Raschi). Vgl. Schabbat 96a: N3*n;T i.r SN np ?das, was geschrieben ist, nennt er »Vater« .

lpna (von P.TJ, vgl. ^DS, DVds) so P. u. A. ? Rosch bei Bez.: |»p*Ii von p>TJ. Levy liest: )>pu O^ö, D>5^ö). Nach T. und Bez. haben manche: p ppnj.

niBJn ?der Ochse: Exod. 21,28?35. ? 1^1 ?u. die Grube: Exod. 21,33. X?§i7 »das Abweiden (so M. u. H.; Ba., Bb., Bo. u, W.: nysani): Exod. 22,4; ?Wenn jemand einen Acker oder Weinberg beschädigt (l)|.?!), und er schickt sein Vieh und läßt Schaden tun in eines andern Acker. Die Gemara führt (w. u. 3 b) zwei An-sichten an. Nach Rab bezieht sich tiJJaö auf den Vordersatz dieses Verses und be-zeichnet also eine Feldbeschädigung, die der Mensch selbst verursacht hat. Nach Schemuel bezieht sich Jijjaa auf den Nachsatz dieses Verses und bezeichnet eine Be-schädigung durch das Vieh. Die erstere Ansicht wird durch Karna unterstützt, der zu unserer Mischna bemerkt (w. u. 4 a): ?Und der Mensch ist einer davon, d. h. eine dieser Beschädigungsarten wird direkt vom Menschen verursacht. Das kann. sich aber nur auf fijan beziehen (vgl. auch den oben angeführten Lehrsatz, wonach die Feldbeschädigung durch den Zahn und den Fuß zu den Beschädigungen durch den Ochsen gezählt werden). Nach dieser Ansicht spricht also unsere Mischna nicht ausschließlich von mittelbaren Beschädigungen. :

Die Lesart njiaa als Wurzel von nya ist in der Gemara (w. u. 3b) bezeugt. Die Tosefta hat TJJaB. Der Samaritaner übersetzt dieses lya« mit vS- Vgl. A. BrülU das samaritanische Targum zum Pentateuch, Exod. 22,5, und H. Petermann, Versuch einer hebr. Formenlehre nach der Aussprache der heutigen Samaritaner, S. 256.

5!.-?fD! jiU. das angezündete Feuer Exod. 22,5: ?Wenn ein Feuer ausbricht und ergreift die Dornen und verbrennt die Garben, so soll der wiedererstatten, der das Feuer angezündet hat. Auch dieser Vers ist mehrdeutig. Nach dem Vorder-sätze handelt es sich hier um ein Feuer, das ohne menschliches Verschulden aus-gebrochen ist. Der Nachsatz deutet auf eine Brandstiftung hin. Vgl. w. u. 22?23 und 60b: ?Er fängt an mit einem Schaden, den der Mensch mittelbar (durch sein Geld) und endigt mit einem Schaden, den der Mensch unmittelbar (selbst) ver-ursacht hat.

lyan als Hofal von ijja (vgl. ipsfi, ipsn ,»7f)rt; daß diese Worte eine passive Bedeutung haben, leuchtet ein, unklar hingegen ist die Formbildung) kann sich nur auf den Nachsatz beziehen und muß ?die Anzündung übersetzt werden. Für ?Brand, der ohne menschliches Verschulden ausbricht, hätte unsere Mischna wohl das pentateuchische Wort filj!? gebraucht.

B.

i6] nit^Sn n.n3 r]v:^t^ri ^y] i6] nrri^ri »ins imn nn Kb ^ nn ni ^bi D^^n nn na mt tuT] ^ins D^n nn tna tjj^ti? nn ni ^ nwn n:^n p--tri?! ^^^^^ is^n ]^i?i;? lüfi ^^ns p-tnb>i ifrh |3i_:n.^ 3

1 Nicht ist das Merkmal von ?Ochse wie das Merkmal von ?Abweiden, und nicht ist das Merkmal von ?Abweiden wie das

2 Merkmal von ?Ochse. Und nicht ist | dieses und dieses, in welchen ein Geist des Lebens ist, wie das Merkmal von ?Feuer, in welchem ein Geist des Lebens nicht ist. Und nicht ist dieses

3 und. dieses, | deren Eigenschaften sind, zu gehen und zu be-schädigen, wie das Merkmal von ,,Grube, deren Eigenschaft es nicht ist, zu gehen und zu beschädigen. Die übereinstimmende

B. Die Merkmale der Beschädigiiiigsarten.

Nach der Ansicht der Gemara (w. u. 5 b) hat sich der Redaktor imserer Mischna die Frage vorgelegt, ob man nicht die eine oder andere Beschädigungsart von den übrigen hätte ableiten können, und wozu also der Pentateuch alle vier anführe?

Um zu zeigen, daß aus der Verantwordichkeit für eine dieser Be-schädigungsarten auf die Verantwordichkeit für die andere nicht geschlossen werden könne, wird nachgewiesen, daß eine jede dieser Beschädigungs-arten ein erschwerendes Merkmal enthalte, das den andern nicht eignet.

Die differenzierenden Merkmale der Beschädigung durch den Ochsen und das weidende Vieh werden als vorhanden angegeben, aber nicht näher bezeichnet.

Als erschwerend für diese beiden Beschädigungsarten wird angegeben, daß ihre Urheber Lebewesen sind und deshalb sorgfältig bewacht werden müssen. Die Feldbeschädigung ^ durch das Feuer hätte also von den Beschädigungen durch die Lebewesen nicht abgeleitet werden können.

Als erschwerend für alle drei Beschädigungsarten wird angegeben, daß ihre Urheber beweglich sind und deshalb sorgfältig bewahrt werden müssen. Die Beschädigung durch eine offene Grube hätte also von ihnen nicht abgeleitet werden können.

Aus einem Grunde, den die Gemara (w. u. 6 a?b) vergebens zu ermitteln versucht, zählt der Mischnaist drei diesen Beschädigungsarten ge-meinsame Merkmale auf: es liegt erstens in der Art aller dieser Be-schädigungsurheber, Schaden anzurichten, sie müssen zweitens deshalb be-aufsichtigt werden, der von ihnen angerichtete Schaden muß drittens gemäß Exod. 22,4 von dem besten Grundstück bezahlt werden, falls der Beschädiger den Schaden nicht durch Geld ersetzen will. Vgl. Raschi.

1*

4 Seite in ihnen ist: | daß sie die Eigenschaft haben zu schädig-en,-und daß ihre Bewachung- dir obliegt, und daß, wenn sie Schaden angerichtet haben, der für den Schaden Verantwortliche ver-

5 pflichtet ist, den Ersatz [ des Schadens von dem besten Grund-stücke zu bezahlen.

Z. I. *lfi ?das Merkmal. P. und A.: »in. In der Gemara (w. u. 3?4) auch NT =«h (i. Samuel 16, 12 u. a. a. St.) Aussehen, Gestalt?

Z. I, Anfang -2. M.: nri nr i6 iib,i nn; nyaen n,T n^.

Z. 2. Bb, Lo. u. Ne.: ns, M.: jna, H., Alf., Ba, Bo. u. W.: n.

Z. 3, Anfang. M.: li-nii; mi-

Z. 4. M.: ptffl^i ^?»7 it-na. ? an und nicht a;n. Vgl, w. u. 6b.

-^^ 5- Fl!-! i)des Schadens, wenn er den Schaden nicht durch Geld, sondern durch Boden ersetzen will (Raschi). ? aü?? ?von dem Besten: Exod. 22,4: ?Von dem besten aus seinem Acker und Weinberge soll er bezahlen. Vgl. GiUin V, 1.

GEMARA.

Scholion I.

A.

1« inn K5£i»3 in^mibm ni^ibin xs^i^^ bbsss ms« ^snp^b i

ins Küi31^*? ?

I - T

Da er von ?Väter spricht, so geht hervor, daß es hier auch ?Abstammungen gibt. Sind ihre Abstammungen ihnen gleich oder ihnen nicht gleich?

B.

hh2t2 ninx rm non dI?31h nisx?X2 nisi« pn nat^ ^s: i. i

-?. T -- T »t:- t: -:I: t-, -

Bei den Sabbat-Vorschriften haben Avir gelernt:

?Die ?Väter der Arbeiten sind vierzig weniger eins.. (Aus

SCHOLION L

Die Hauptarten der Beschädigungen: welche Unterarten sie haben und wodurch sie sieh voneinander unterscheiden.

(Blatt 2-3a).

A. EINLEITENDE FEAGE. Wie yerhalteii sich die Hauptarteii zu den Unterarten?

Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß mit ?Vater das bezeichnet wird, was im Pentateuch ausdrücklich vorkommt. Die Gemara legt aber diesem Worte auch die Bedeutung von ?Hauptarten bei und schließt, daß es also auch Unterarten geben müsse.

Die Frage, was denn diese Unterarten seien, wird zunächst über-gangen. Es wird vielmehr vor allem untersucht, ob und wodurch sich die Unterarten von den Hauptarten unterscheiden. Zur Beantwortung dieser Frage werden zwei Analoga herangezogen.

Z^. I- »Jnpiß fehlt bei M. ? P.: tmr^ analog nnsia müßte es ni^Pl-i, nn|?1a heißen. I?? *-i1l (fehlt bei M.) ?ihnen gleich. Wörtlich: wie das Hinausgehenile ia ihnen. P.: l«i G.: wb?

T ! 1 T - TT! I ?? T - I v - . T ? :

T* tNi t t; : ti«: tt» tt

^« ^nn ^nna ms« ^?^ Tisr i^^h! hs^ü xps3 n^tbinb sk rD4

2 der Bezeichnung) ?Väter (so wurde bemerkt) geht hervor, | daß es hier auch Abstammungen gibt. Ihre Abstammungen sind ihnen gleich. Nicht anders (wird) die Hauptarbeit (gesühnt als durch)

3 ein Sündopfer, und nicht anders (wird) [ die Abstammung (gesühnt als durch) ein Sündopfer. Nicht anders (wird) die Hauptarbeit (gesühnt als durch) Steinigung, und nicht anders wird die Ab-stammung gesühnt als durch Steinigung. Und was ist (für ein

4 Unterschied) | zwischen der Hauptarbeit und der Abstammung? Sie

B. ANALOaA:

I. Das Verhältnis der Haupt- und Unterarten der am Sabbat Yerbotenen Arbeiten zueinander.

In einer Mischna des Traktates Schabbat werden unter der Bezeichnung ?Väter 39 Arbeiten aufgezählt, die am Sabbat nicht verrichtet werden dürfen. Dazu hat die Gemara bemerkt, daß:

1. aus der Bezeichnung ?Väter zu schließen sei, daß diese Arbeiten auch Unterarten hätten;

2. daß diese jenen insofern gleichen, als beide Arten, wenn sie am Sabbat verrichtet worden sind, durch ein Sündopfer oder durch Steinigung (je nachdem die Sünde mit Absicht oder ohne Ab-sicht begangen worden ist) gesühnt werden müssen;

3. daß sie sich durch folgendes Merkmal von einander unterscheiden: während doch die gleichzeitige Verrichtung zweier Hauptarbeiten am Sabbat doppelt bestraft wird, gilt die gleichzeitige Verrichtung einer Hauptarbeit und ihrer Nebenarbeit als eine einfache Sünde.

? Auf den Einwand, daß R. Elieser doch den letzteren Fall als eine

doppelte Sünde anrechnet, wurde geantwortet, daß die Hauptarten sich

, hier von den Unterarten dadurch unterscheiden, daß jene beim Bau der

Stiftshütte ausgeführt worden seien (vgl. die in der Anmerkung angeführte

L.A. des Ch.), diese aber nicht.

Z. I. .13^ ?Sabbat: Schabbat 96a, 71a, 49b. ? P.:iJa, G: jw (sjn ? nJK? I =

lernen, lehren. Vgl. Megilla zS^J: nisin niiicn hi und Baba Mezia 44a; uj niic). ? ?Vierzig weniger eins, eine merkwürdige Bildung. 39 pflegt sonst im Tal-mud durch die gewöhnliche Zahl d^ ausgedrückt zu werden.

Z.y. H.: )n>nn!ini. ? NJB ,,ist anders, genauer: hat sich geändert. Vgl. Targum Onkelos, Deuteron. 24,7.

Z. 3. DKQri ,,ein Sündopfer, wenn es aus Versehen geschelien ist. ? hi>f!0 ?Steinigung, wenn es mit Absicht geschehen ist. ? P.: NDl, G.: KBi?

Z.3-4, M.; Y2 wo »NBi, V.: ]«a nüi. ?H.: miin nh np ncni zh n? np »kdni. Schabbat 96 a: m^in nh m np .scsi 1 >{in nh »ip «n;;n.

3« 1^31? iisi xin] i<in psi? n^nb n.in ^^na nn^in ^^ti;; ^125 5 n|?inx s.Dö1 ir!?!^ 31^1 ^^f^ ^^»^ 3 ^ i^? n^in n^t^ifri e :3tyi23 Kin! nn nibin n? np ?«axi d« n^b ^ip sü« 3t^ Dipü3 ^

|~s.- -I T TIt - T - ??lT| - T I : ?

nibin Tb nip K3^^n |3iyö3 mn xbn ijn Si« n^S n_|^ Kis^^n s

untersclieiden sich dadurch, daß, wenn jemand zwei Hauptarbeiten

) zugleich verrichtet hat | oder zwei Abstammungen zugleich, er (der Lehrer) ihn schuldig erklärt jür jedes Einzelne und Einzelne. Und

5 wenn er eine Hauptarbeit | und ihre Nebenarbeit (zugleich) ver-richtet hat, so erklärt er ihn nur für eine Arbeit schuldig.

Aber nach der Ansicht des R. Elieser, der (ihn) schuldig spricht

? für die Nebenarbeit, j (obgleich sie) zusammen mit der Hauptarbeit (verrichtet worden ist, bleibt die Frage doch bestehen): warum nennt er es Hauptart, und warum nennt er es Unterart.

3 (Antwort:) Was beim Bau der Stiftshütte wichtig war, nennt

er Hauptarbeit, und was bei dem Bau der Stiftshütte nicht wichtig war, nennt er Unterart.

Z. 4. ii3»o Spaj ?sie unterscheiden sich, wörü.: es geht hinaus davon.?-l^N! M., H. nnd Schabbat 96 a: >N1,

Z.4-5. nWin ?>wä . . . nl3N wtö. H.: ni3« ntrns nniin tw.

Z, 5. SJtna ?er (der Lehrer) ihn schuldig erldärt. Bez., M. u. H.: 2nß. Manche (Kohut, Aruch, s. v.; J. Rosenberg, das aram. Verbum im babyl. Talmud, S. 5; Dalman, Grammatik des jüdisch-pal. Aramäisch) behaupten, daß das t nach dem 0, sowie auch nach dem Präfix k u. ^7 stets ein ;n ersetze und also eine Hitpaelform sei. Dem gegenüber sei darauf hingewiesen, daß dieses ? in den Handschriften willkürlich gesetzt und weggelassen, daß ferner ?er macht sich schuldig oder ?er ist schuldig mit an ausgedrückt zu werden pflegt, daß endlich Worte wie n>n»e, nn!, ianN, die Kohut selbst als Beispiele anführt, wegen der Akkusativ-Suffixe Hitpaelformen nicht sein können. ? P.: sin G.: Slri. ? OTmNin53N. M., H., V., Raschi

TT T-: T : T T - 1

u. Schabbat 96: mn. ? t?;; -if?)«) fehlt bei M., H., V. u. Raschi. Schabbat 96 a:

Z. 6. Kin «5« nvna iä M. u. Bez.: a»n»» nj mjin.s a«nö nss. ? iffi;^« (so H. u. W., nicht ity:«), Sohn des Schammua (vgl. Maim., Einleitung in die Mischna), lebte in der ersten Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrh. (vgl. Synedrin 14a); Frankel, Einl. in die Mischna 173; Bacher, Ag. der Tann. 2, 275fr.

Z. 6-7. 2N nipna . . . »an^Ji fehlt bei M. -? T. u. Bez. haben bloß: ^iv»=;s »aiii.

Z. 7. n»|? M., H., Pe. u. Schabbat 96a: rh. ? «?«! . . . nbs, M. u. V. »nbi . . . NDi. ? P.: ^n, G.: ^n. _ M., H., Gh., T. u. Schabbat 96 a: Nim. ? W.; nim.

Z. S, Anfang. H. u. T. Schabbat 96 a: »npi saan. T. zu unserer Stelle führen auch die LA. an: ip Niiijm. Bei Gh. fehlt: sasn.

Z.7-S. Tos. Schanz bei Bez.: mjin n<S np N2»n: ntt ip 2N n>~i np N3>n:T in.

Z. S, Ende. H. u. T. Schabbat 96a: npi i^yvm s?. T. zu unserer Stelle: »ip NaBn ih. M,: np N3OT nV. Bo.: pBOz .S2<Dn in xn.

B.

Bi. 2D nö i«D^i I r-i| ^?5u>i f-if n nii^i^itsn nüi^ pri niKüis) ^si. ii. i

?: »»: TT -I T .jj«^«- Iv :

Köisü sS n^h:^) üii< b^össia rpt^öi i^^sik s

?? - I . ?? ! TT -Sil.:- 1.1

1 Bei den Verunreinigungen haben wir g-elernt: ?Die. ?Väter der Verunreinigungen sind: das kriechende Tier und das Sperma ] und der Verunreinigte durch einen Toten.

2 Ihre Unterarten (so wurde bemerkt) sind ihnen nicht gleich Denn (was) die Hauptart (betrifft), so verunreinigt sie Menschen

3 und Geräte, und (was) die Unterarten (betrifft), | so verunreinigen sie Speisen und Getränke, Menschen und Geräte aber verunreinigen sie nicht.

c. ))i6 |ri)? m ins ms |nD t] «aa y^^m ^d i^sn ,

ins «^i-s ;

1 Wie ist es hier? R. Papa hat gesagt: ?Es gibt manche (Unter-arten) unter ihnen (den Hauptarten), die ihnen gleichen, und es gibt

2 manche unter ihnen, die ihnen nicht gleichen.

IL Das Terhältnis der Haupt- und Unterarteu der Verun-reinigungen zueinander.

Z. I. ps ?gelernt: Kelim I, i. ? pttn ?das kriechende Tier: Levit. ii, 23?24. Es werden dort u. a. das Wiesel und die Maus angeführt. Die Übersetzung des Wortes yi.t? mit ?Reptil oder ?Kriechtier (vgl. Buxtorf, Konkordanz) ist also ungenau. Die Septuäginta gibt dieses Wort mit spTOTOv wieder, die Vul-gata und Luther lassen es unübersetzt. ? M., H. u. V.: nsiBi W.: fiaattill. ? j)^Tfl5?lS! ?und das Sperma: Levit 15, 16?17. ? ?<3?1 i.iid der Verun-reinigte durch einen Toten: Num. 19, 22; Levit. 22, 4?6. Diese drei Un-reinheiten haben das gemeinsam, daß die Menschen und Geräte, die mit ihnen in Berührung kommen, nur einen Tag unrein sind; wer oder was hingegen einen Toten berührt, ist sieben Tage unrein. Ein Toter wird deshalb Groß-vater der Unreinheit genannt (vgl, Raschi).

Z. 1-2. H.: wh pnnjini niVJin n^kt hhtü nuN fi» «oai.

Z. 2, D^iai m«. H.: Dnj2i dik. -r-Maim., X, Hilkot tumot met 7, hat: d»?:i anjs ein.

TT

Z. 2-3. H.: .iKßtäö . . . mjin irm M.: jNcaa . . . jNceD . . . m;ini.

0. THESE. Die herangezogenen Analoga haben also zur Beantwortung tuiseier Frage nichts beigetragen. Nun wird eine These R. Papas zitiert, wonach manche Unterarten hier den Hauptarten gleichen und manche nicht.

Z, 1. **?? t ?R. Papa. Schüler Abajis (Pesachim 11 ib u. a. a. St.) und Eabbas (Erubin 51a u. a. a. St.), gründete u, leitete die Akademie zu Naresch, unweit Sura in Babyionien, 352?72. Vgl. Scherira, Brief, ed. Goidberg, S. 35.

D.

^n?i i^-^i iii?^ ^^^? ^^? ^^^? ^^^^ i??i ^^ i

Unsere Lehrer haben gelehrt: ?drei Väter (derBescbädig-ungen) sind (im Pentateuch) beim Ochsen gesagt worden: das Hörn und der Zahn und der Fuß.

I. I.

fr:i nxs^^riz? p.i5S K^K nm: px n|^ ^2 Ijan mi ]h^ ]n[5 1,

Wo finden wir die Beschädigung durch das Hörn (im Penta-teuch)? Denn unsere Lehrer haben gelehrt: ?Wenn ein Ochse stoi3en wird (Negicha). ?Negicha ist nichts anderes, als ein Stoßen mit dem Llorne. Denn es ist gesagt worden: ?Und machte

D. DIE BESCHÄDIGUNG DURCH. DEN OCHSEN.

In folgendem wird nun untersucht, auf welche Beschädigungsarten der Nachsatz dieser These, nämlich, daß es Unterarten gebe, die den Hauptarten nicht gleichen, sich beziehe. Vorher wird aber unsere Mischna durch einen Lehrsatz ergänzt, wonach die Beschädigung durch den Ochsen in drei Hauptarten zerfällt. Es werden dann bei jeder dieser Beschädigungs-arten der Reihe nach folgende Fragen aufgeworfen:

1. Wo sie im Pentateuch vorkommt.

2. Welche Unterarten sie hat.

3. Ob der Nachsatz unserer These sich darauf beziehen kann.

Z. I. P.: ]hiü, G.: pjü} H.: pWß. ? P.: -U.-!, G.: lia.? laan-ur; ?Unsere Lehrer haben gelehrt. Gewöhnliche Ziüerungsformel für solche Mischnasätze (Baraitot ?die auswärtigen [Mischnasätze]), die R. Jehuda in sein Mischnawerli nicht Jiiifgenommen hat und von R. Chijja, einem Zeitgenossen R. Jehudas, und R. Oschaja, einem Zeitgenossen des Nasi R. Jehuda II, gesammelt wurden. Vgl, N. Krochmal, More i8o.

I. Die Beschädigung diircli das Horii.

I. Die pentateuchische Stelle, von der die Beschädigung

durch das Llorn abgeleitet wird, und zwei Beweise für die

Richtigkeit der Ableitung.

Daß Exod. 21,28 ff, von einem stößigen Ochsen handelt, daß also das dort vorkommende Verbum ?Negicha Stoßen bedeutet, steht fest. Hingegen erscheint es zweifelhaft, ob darunter ein Stoßen mit dem Hörne oder ein Stoßen mit dem Körper zu verstehen sei.

Zur Klärung dieser Frage wird ein Lehrsatz zitiert, worin aus zwei Bibelstellen nachgewiesen wird, daß ?Negicha ein Stoßen mit dem Hörne bedeute.

Qna mp Dt^^i ^Jipi ib -iin ini^ 11^3 i^ii^T ^toi:n ani^ n^^ 3

--1 . -

2 sich Zidkijja, der Sohn Kenanas, Hörner aus Eisen und sprach: ?so spricht der Herr, damit wirst du Aram stoßen (Negicha).

Und ferner heißt es: ,,Der ErstHngf seines Ochsen .... und seine Hörner sind wie des Einhorns Hörner, mit ihnen wird

4 er Völker stoßen (Negicha).

I. 2.

5^n ]T^h^ ^h rh^p naiü nnin nn! i^^^n ^di idiki ^«ss ? > j<in xöbr^ is*n?b= ^i^^j .mn .«nb^ü ^m ib -inn iniü ^ids i?üty 2

T ! I T : ? ? I- - ! TT : - :

1 Wozu (der Satz): ?Und ferner heißt es . . .? (Antwort) Und wenn du etwa einwenden wolltest: Worte des Pentateuchs leiten

2 wir von Worten der Überlieferung nicht ab, (so) komm | und höre: ?Der Ersthng seines Ochens . . .

Die erstere Stelle (I. Könige 22,11) erzählt, daß der Prophet Zidkijja sich eiserne Hörner gemacht, damit vor den König, der sich zum Kriege gegen die Aramäer nicht entschließen konnte, hingetreten sei und gesagt habe: ,,Mit diesen wirst du die Aramäer stoßen.

In dem zweiten Verse (Deuteron, 33,17) wird Josef mit einem Stier vergUchen,,und es wird gesagt, daß er mit seinen gewaltigen Hörnern Völker stoßen werde. In beiden Stellen wird das Verbum Stoßen mit ?Negicha ausgedrückt. Somit ist erwiesen, daß an unserer Stelle von einer Beschädigung durch das Stoßen mit dem Hörn die Rede ist.

Z. I. o ?Wenn: Exod. 21,28. löW» M., V. u. H.: ißiK wn pi. tyy») ?Und

machte: i. Könige 22,11, Z. 2. n^sa . . . ns M.: rhm.

Z. 3. löU) DIN H.:cnwnj;mN, ?1133 ?der Erstling: Deuteron, 33,17. Z. 4, H,: y-.s OBN nm nAi.

2. Notwendigkeit des zweiten Beweises für die Richtigkeit

der Ableitung.

Es wird nunmehr die Frage aufgeworfen, wozu denn der letztere Bibelvers als Beweis herangezogen wird, da doch der erstere schon ge-nügen müßte. Darauf yird geantwortet: man hätte vielleicht einwenden können, daß der erste Vers, weil er nicht im Pentateuch steht, für die Erklärung eines pentateuchischen Wortes nicht maßgebend sei.

iriü: DPI p i<2öni i^^a ^3 K*b^ni inia «^s* i<i npD nn^x^i 3

T ? T I ?? TT:* ?? - . T : TV I V Iv ! * ?

T ? ??? V T T ?? ???:? : ? T -. T

^m) h nn i^it^ ^id2 pd*^ 5

?* : TT 1 - :

Und dieses, ist es denn eine Ableitung? lEs ist docli bloß eine Aufdeckung eines Wortes, ; daß ,,Negicha Stoßen mit dem Hörne bedeutet.

Nun denn! Was ist es, das du sagen könntest? Wenn der Barmherzige unterschieden hat zwischen einem nichtverwarnten und einem verwarnten Ochsen, | (so beziehen sich) jene Worte aut ein abgerissenes (Hörn), aber in bezug auf ein angewachsenes (Hörn) könnte ich sagen, daß es (das Tier) überhaupt als verwarnt gilt, (so) komme (und) höre: ?der Erstling seines Ochsen usw.

j Aber diese Antwort läßt die Gemara nicht gelten. Es handle sich

hier gar nicht um einen vollgültigen Beweis, sondern lediglich um eine Analogie, dazu müßte auch der erste Vers ausreichen.

Nun wird eine andere Erklärung gegeben. Wenn; man zum Beweise, daß an unserer Stelle (Exod. 21) von einem Stoßen mit dem Hörne die Rede sei, bloß das Zitat ?und Zidkijja machte sich eiserne Hörner usw. herangezogen hätte, so würde man unsere Stelle so verstehen können, daß das Tier ? ähnlich wie [es Zidkijja getan hat ? ein fremdes Hörn in den Mund genommen und damit gestoßen habe.

Zu dieser Auffassung hätte man auch [leicht durch folgende Er-wägung kommen können. Der Pentateuch unterscheidet hinsichtlich des Strafmaßes zwischen einem stößigen JOchsen, dessentwegen der Besitzer bereits verwarnt worden, und einem solchen, dessentwegen der Besitzer noch nicht verwarnt worden ist. Da ein Ochse bei jeder sich darbietenden Gelegenheit zu stoßen pflegt, so erscheint doch die Verwarnung überflüssig. Anders läge die Sache, wenn an unserer Stelle von einem Stoßen mit ?einem fremden Hörne die Rede wäre. In diesem Falle hätte die Ver-warnung einen Sinn, da der Besitzer einen solchen Fall nicht voraus-sehen konnte.

Damit man auf diesen abseits liegenden Gedanken nicht komme, wird der zweite Vers (Deuteron. 33,17), wo von einem Ochsen die Rede ist, der mit den eigenen Hörnern stößt, herangezogen. ?

Z. I. n^sj3 »^^l ,,Worte der Überlieferung, Bezeichnunsj für die Propheten und

Hagiographen. Z. 2. N-in sj^B M.: N>v2 ^^e. P.: ^<075}?, G.: ^ahyz. y^- 3. W.: Nin. ? ly^D^D-T M., H., Jalkut (339. S. SS), Raschi u. Baba Kamma sb:

rnyic? nnn. ? n>i3. Ch.: njnnc.

I.

0-

niD^i?Di nit^DT na^u?) na-i^ K^n ^>^d np^i nnbin t-

T ? ! T ? 1 T ? : TT ? I vlv : T!

1 Die Unterart der Beschädig-ung- durch das Hörn, was

ist sie? Stoßen mit dem Körper (Negifa), Beißen, Sichhimverfen und Ausschlagen.

a.

^3 yr^ ^)2) nö^^5 m^ ^s a^n^i ins« nb ^^pi nn^JD i<3i^ ^xd aa i

? : ?? - T ?: T- ? . ! ? T T IT : T ?: t:

It - TJ -- Ti -T t:-: ? T*: T«: -- I*

1 Was ist denn anders das Stoßen mit dem Hörne (als das Stoßen mit dem Körper), daß er es eine Hauptart nennt, weil ge-schrieben ist; ?Wenn (ein Ochse) stoßen wird mit den Hörnern (Negicha). Hinsichtlich des Stoßens mit dem Körper ist doch

2 auch geschrieben: ?Wenn | (ein Ochse) mit dem Körper stoßen

3. Die Unterarten der.Beschädigung- durch das Hörn.

Der pentateuchische Ursprung der Beschädigung durch das Hörn, ist also nachgewiesen worden. Es wird mmmehr die zweite Frage erörtert, welche Unterarten diese Beschädigung hat.

Als solche werden genannt: Stoßen mit dem Körper (Negifa),. Beißen, Sichhinwerfen und Ausschlagen. Z. I. H.: >nJ.

a) Die erste Unterart: Stollen mit dem Körper.

aa) Die Bedeutung des Exod. 21,350. vorkommenden Verbums ?Negifa. Auf den Einwand, daß an jener Stelle (Exod. 21), die von dem stößigen Ochsen handelt, doch beide Verba, ?Negicha und ?Negifa,. abwechselnd vorkonimen, daß man also nicht berechtigt sei, das eine eine Unterart des andern zu nennen, beruft sich die Gemara auf einen Lehrsatz, worin aus dem an jener Stelle abwechselnden Gebrauch dieser beiden Verba geschlossen wird, daß ?Negifa dort dasselbe bedeute, was Negicha, nämlich: Stoßen mit dem Home. Mit ?Negifa aber, das hier als Unterart von ?Negicha bezeichnet wurde, ist, so erklärt die Gemara,. das Stoßen mit dem Körper gemeint.

Z. I,. H.: 2N n7 >1p1. Die Punlcte bedeuten, daß die Worte überflüssig sind. ? *3 , . , >3 ?wenn . . . wenn: Exod. 21, 28 und 35. a»n3 M. u. V.. a»nrn,. H.: 2nsh, J.: snn.

Z. 2. Nfl J,, M.,H. undV.: Nnn. ? ^»jriT ?denn es ist gelehrt worden. Zitieruugs-formel für Baraitot, die von R. Chijja imd R. Oschaja nicht aufgenommen wurden. Vgl. N. Kroclimal, More 180 und w. 0. D. i, ? M.: t)W» »5 K»jm nsjja ainrn nns. H.: n&»;:s ain;n nna inp tw nn »»kiw «lu» 3 s^ir^i.

Z. 3. P.: -IT, Vgl. Ezech. 36,35: aI Hingegen Hos. 7,16 u. Ps. 132,12: ir.

T ? : ? T ? !

wird (Negifa). Dieses ?Neg-iiabedeutet (dasselbe was) ?Negicha. Denn es ist gelehrt worden: ?Er fängt an mit ?Negifa und endigt mit ?Negicha, um dir zu sagen: | dasselbe ist ?Negifa, dasselbe ist ?Negicha.

? ; . T i T : T ? ? ? : ? TT ?? - T !

T!- T 1 TJ T ? ?: Tl ?: TT I»

T TTi T :It -:-1t : t ? Tl- !?? ? ?? ^

Was ist anders beim Menschen, daß g-eschrieben ist,,Negicha, und was ist anders beim Tier, daß geschrieben ist [ ,,Negifa? Der Mensch, der Glück hat, (bei ihm) ist geschrieben ,,Negicha; das Tier, das kein Glück hat, | (bei ihm) ist geschrieben ,,Negifa.

bb) Anwendung der Exod. 21,28 u. 35ff. vorlcommenden Yerba

?Negicha und ,,Negifa.

Bei dieser Gelegenheit werden für die auffallende Tatsache, daß

an der genannten Stelle die Tötung eines Ochsen mit.,,Negifa und die

Tötung eines Menschen durch die gleiche Ursache mit ?Negicha bezeichnet

wird, folgende zwei Erklärungen gegeben.

1. Erklärung: Wenn diese beiden Verba hier auch die gleiche Beschädigimgsart ausdrücken, so bezeichnen sie doch verschiedene Wir-kungen. ?Negicha bezeichnet ein ungefährliches Stoßen und wird deshalb bei einem Menschen angewendet, der die Geschicldichkeit hat, dem Stoße -auszuweichen. ?Negifa bezeichnet ein gefährliches Stoßen und paßt auf das Tier, das diese Gesicklichkeit nicht hat.

2. Erklärung: Mit dieser Differenzierung, aus der doch hervorgeht, daß das Tier leichter getötet werden kann als der Mensch, wird auch noch folgendes angedeutet:

Wenn jemand verwarnt worden ist, weil sein Ochse ein Tier getötet hat, so wird er doch im Wiederholungsfalle, gemäß Exod, 21, 29 und 36, schwerer bestraft als vorher. Aus dem angeführten Grunde tritt diese schwerere Bestrafung nur in dem Falle ein, wenn der Ochse wiedenim ein Tier, nicht aber, wenn er nach der Verwarnimg einen Menschen ge-. tötet hat. Umgekehrt aber, wenn die Verwarnung bezügUch der Tötung eines Menschen erfolgt ist, so gilt der Besitzer schon bezüglich der Tötung eines Tieres als verwarnt.

Z. I. M.: mx 2i njü» ».sßi . . . nana 2J aw nbi.

Z. 2. nV« ?Glück. Eigentlich: ?Glücksstern. Nach Raschi: ?Geschicklichkeit.

Z. 3. nmiK ajN Krtoi (H. und Raschi: nm-.iN 2m) ?und ein Wort nebenbei. Wörtlich: ?und ein Wort auf seinen Wegen. wnilN so P. und Maspra zum Onkelos cd. Landauer, S. 13; nach Luzzatto, Grammatik, S. 67 = »ninilN.

TT! T T ?? 1 ? T T ?? ! ?

Und ein Wort nebenbei will er uns hören lassen, daß der 4 Verwarnte in bezug- auf einen Menschen auch verwarnt ist | in bezug- auf ein Tier, und daß der Verwarnte in bezug auf ein Tier nicht verwarnt ist hinsichtlich eines Menschen.

b-

TT-il** T ITV: TT-: -1- l-I TJ T* ?*?

I T ?? V !

j Beißen ist doch eine Unterart von ,,Zahn. Nein. (Was) Zahn

betrifft), so gibt es einen Genuß bei seiner Schädigung. Bei diesem aber (was Beißen betrifft), gibt es keinen Genuß bei seiner Schädigung.

c.

, -an mf2 r^pirt b^^ kb x%i bi^n iribin n^S}^^ nit^s-i

It - V ??? T .-.??.?.? T.- T . : T ? ! j,

j Sichhinwerfen und Ausschlagen sind doch Unterarten von

,,Fuß. Nein. (Was) Fuß (betrifft), so ist die Beschädigung gewöhn-2 lieh, (was) jene (betrifft), | so sind sie ungewöhnlich.

Z. 4. lyw? M. iviD, ? }^^, so P. (nicht «?).

b) Die zweite Unterart: Beißen. Ihr Verhältnis zur Beschädigung

durch den Zahn. Die Unterordnung des Stoßens mit dem Körper unter das Stoßen mit dem Home ist also als berechtigt nachgewiesen worden. Es wird nun gefragt, warum die übrigen drei Beschädigungen (Beißen, Sichhin-werfen und Ausschlagen) als Unterarten von der Beschädigung durch das Hörn bezeichnet werden, da doch das Beißen mit den Zähnen, das Sichhinwerfen und Ausschlagen mit den Beinen ausgeführt werden. Darauf wird geantwortet: Beißen kann deshalb nicht als Beschädigung mit dem Zahn gelten, weil bei dieser Beschädigung kein Genuß vorhanden ist, ? bei der Beschädigung aber, die das Tier durch Abweiden anrichtet, ein Genuß vorhanden ist. Sichhinwevfen und Ausschlagen kann deshalb nicht als Unterart von der Beschädigung durch den Fuß (die Feld-beschädigung, die das Vieh durch das Umherschweifen verursacht) gelten, weil dieser Fall gewöhnhch ist, jene aber ungewöhnlich sind.

Z. I. M.: Np>t>n; riKjn an ]ü nh.

Z. 1-2. H.: npnn^ nNjn ya nn np»r,i? Mwn ü>i «>n Va jn N>n pi mjin nriij.

c) Die dritte und vierte Unterart: Sichhinwerfen und Ausschlagen.

Ihr Verhältnis zur Beschädiguug durch den Fuß.

Z. I. ?«» . . . jji? H, u. Alf.: isc (Alf. np>vm) )p>i»m «^ti »?»» »jn p h>-v., Z. 1-2, Bei M. fehlt: MüD ip>t»n ]n >in.

I. 4.

T 1-- TT - -T:IT .. - (.,. « t TV

^tp^ ^5n ^^^r in^ö^i 5iubi p^-iriS inin.D^ p|t) x3t^ ^i^b ?sriK ^

nöK|^ ^2111^3 n.i?1 ^l?^^ ^^^^ T^^ lOT?^ ^^^^^^ r?^r I^.^^l? ^

b;in) ]m i^sa 3-1 *

1 Nun denn! Die Unterarten, die jenen (den Hauptarten) nicht

g-leiclien, v.on denen R. Papa gesprochen hat, worauf beziehen sie

~2 sich? Wenn wir sagen wollten, | auf jene (vier Unterarten, dann kann man folgendes erwidern); was ist denn anders die Beschädi-gung durch das Hörn, wo doch seine (des Tieres) Absicht ist, zu schädigen, und es (das Tier) dein Geld ist, und seine Bewachung dir obliegt. Jene (Unterarten haben) auch (die gleichen Merlc-

3 male), | ihre Absicht ist, Schaden anzurichten, und sie sind dein Geld, und ihre Bewachung liegt dir ob.

Nun denn! Die Unterart von ,,Hörn ist gleich ?Hörn. Und

4 was R. Papa gesagt hat, bezieht sich auf ?Zahn und ?Fuß.

IL I.

-löix Kin pi hr ^i npt^i xsnn ^s^n^ k:d ?in t^ t

I - ; ?.VT - . ! T! - : - ? : t v ?.? i 1 ??

,,Zahn und ?Fuß, wo wird von ihnen geschrieben? 1 Denn es ist gelehrt worden: ,,Und er wird schicken (Schillach),

4. Das Verhältnis der Beschädigung durch das Hörn zur

These.

Die Unterordnung dieser vier Beschädigungsarten unter die Be-schädigung durch das Hörn ist also festgestellt worden. Es wird nunmehr die dritte Frage aufgewoifen, ob der Aussprach R. Papas, daß es Unterarten gebe, die den Hauptarten nicht gleichen, sich auf diese Beschädigung beziehe. Das wird aus dem Grunde verneint, weil Unterarten und Haupt-art hier die gleichen erschwerenden Merkmale haben: das Tier führt den Schaden mit Absicht ans, es ist jemands Eigentum und muß vom Eigentümer bewacht werden.

Die Ansicht, daß die Unterarten der Beschädigung durch das Hörn dieser ungleich seien, wird aufgegeben. Es wird nunmehr behauptet, daß der Ausspruch R. Papas sich auf die Unterarten der Beschädigungen durch den Fuß und Zahn beziehe.

Z. I. in»nn5in K^N H.: jn>nn?ini.

Z. 2-4. M.: ^Jii ]w müns bt leup >; j-ip; jnnn^in ks yh-;.

Z. 4. V. u. II.:/:j-,i ]in m??.

- TT

2 das ist der Fuß, und so sagt er auch: j ?welche schicken (Schillach)

den Fuß des Ochsen und des Esels,

?Und es wird Schaden anrichten (Bier), das ist der Zahn; ?^ und so sagt er auch: ?Wie vernichtet (Bier) | der Zahn (ha-galal)

bis aufs Ende.

a)

.1 (Frage.) Der Herr hat gesagt: ,,Und er wird schicken, das

bezieht sich auf ,,Fuß; und so sagt er auch: ?Welche schicken den Fuß des Ochsen und des Esels.

IL Die Beschädigimg durch den Zahn und den Fuß.

I. Die pentateuchisch.en Stellen, von denen diese Be-schädigungsarten abgeleitet werden, und die Beweise für die Richtigkeit der Ableitung.

Wie vorher, wird auch jetzt zunächst die Frage erörtert, wo denn diese beiden Beschädigungen im Pentateuch vorkommen. Zu diesem Zwecke wird ein Lehrsatz zitiert, wonach die an der Stelle, Exod. 21, die von der Feldbeschädigung durch weidendes Vieh handelt, vorkommenden Verba ?Schillach (Schicken) und ?Bier (Schaden anrichten, Vernichten) zwei voneinander verschiedene Beschädigungsarten ausdrücken. ?Schillach: die Beschädigung, die das Vieh durch den Fuß anrichtet. ?Bier: die Beschädigung durch den Zahn, Als Belege werden in jenem Lehrsatze zwei Bibelstellen angeführt.

Damit ist der pentateuchische Urspmng der Beschädigung durch den Fuß und den Zahn erwiesen. Bevor aber die Gemara sich der nächsthegenden Frage zuwendet, nämUch: welche Unterarten sie haben? wird noch nachzuweisen gesucht, daß:

a) der Beweis, daß ?Schillach sich auf ?Fuß bezieht, notwendig ist,

b) der Beweis, daß ?Bier sich auf ?Zahn bezieht, notwendig ist,

c) die beiden Beschädigungsarten von ?Schillach allein nicht hätten abgeleitet werden können, weshalb also ?Bier neben ?Schillach^ notwendig ist.

.Z. I. »ss^s H.: |2*n:, M.: Knnr. ? «Jni ,,denn es ist gelehrt worden: Baba Kamma 55 b. H.: mwi in« m»2 v/z) rnp na nrn ms in hto wn lya 5 «im. ? n^ii) ?u. er wird schicken; Exod. 22,4. ? H. u. W.; ni.

Z. 2. nWO ?welche schicken: Jes. 32,20. IJJ.M ,,und es wird Schaden an-richten: Exod. 22,4. 1ii«S ?wie . . .: i. Könige 14,10.

?Z 3. jJJ!] ?der Zahn. Raschi: ?Weil der Zahn manchmal entblößt {nhi) und manchmal verdeckt ist. Ch.; ?Weil der Zalin dem Marmor (j^J) ähnlich ist.

^«ö3 ^sn )i6 xn ^lönm iityn hr ^rhi^t^ wx^n^i ariD; b^öra 2

j «T T -!-: - ;? 1 -i-J TT-I~ Tl T:

w^öK i|rir! j<i?bp ^^itsrK «3^113 |U^ i? nyn^ ni? ^ ^^ ^^1?^^ ^

It -:-It tjI- t:-: i t tH- ti-:* t*I- -?* -?

.???: T : »TT» T : ~ t i - : : I ?? v v - t : i : t : ?:

2 Der Grund, (daß ?Schillach auf Fuß bezogen wird,) ist, daß der Barraherzig-e geschrieben hat: ?Welche schicken usw.. Wenn

3 aber nicht so (geschrieben wäre), worauf | hättest du es bezogen? Etwa auf Hörn? Das ist ja schon geschrieben. Etwa auf Zahn? Das ist ja schon geschrieben. ,

(Antwort.) Es (,,welche schicken usw.) ist doch nötig. Es

4 hätte aufkommen können deine Ansicht, daß ich meine, | dieses und jenes (Schillach und Bier beziehen sich) auf ,,Zahn, und (zwar) das (eine auf den Fall), daß die Wurzel vernichtet wird, und das (andere auf den Fall), daß. die Wurzel nicht vernichtet wird. Des-halb läßt er uns hören (?welche schicken . . .).

5 . (Frage.) Und jetzt, da wir es auf Fuß bezogen haben, woher haben wir (die Ersatzpflicht für die Beschädigung durch den) Zahn (in dem Falle), wo die Wurzel nicht vernichtet worden ist?

a) Die Notwendigkeit des Beweises für die Richtigkeit der Ab-leitung der Beschädigung durch den Fuß.

Ohne den Beweis hätte man beide Worte, ?Schillach und ?Bier, auf die Feldbeschädigung, die das Vieh durch den Zahn verursacht, be-ziehen können, und zwar ,,Bier aiif den Fall, daß durch diese Be-schädigung auch die Wurzeln der Pflanzen vernichtet,?Schillach auf. den Fall, daß die Wurzeln nicht vernichtet werden. .

Auf die Frage, woher wir denn nun, da ?Schillach auf die Be-schädigung durch den Fuß bezogen wird, wissen, daß der Schaden auch dann ersetzt werden muß, wenn die Wurzeln nicht vernichtet worden sind, wird geantwortet: aus der Analogie der Beschädigung durch den Fuß, wo es hinsichtlich der Ersatzpflicht nicht darauf ankommt, ob die Wurzeln vernichtet worden sind oder nicht.

Z. I. P.: ia, G.: la

Z. 1-2. M.: «n -.lenni.

Z. 3. P.: iiöR-iD^ G.: nofjia ? H.: .s;a<piB, M.: NncpiN. ? PI. u.M.: N3>,n2 . . . N3TO,

W.; yn . . . ;»n3. Z. 3. M.: n»V ««-a-iN ? NißN i],^))! Np_?D. M., V. u. H.: Ne»m ine. Z. 4. H.: nn. ? 1^. yßiißp^ fehlt bei PL, M. u. V.

Z. 5. M. NJBpiNT rJ-lN NHBn.

Z..5. PI: jjwe. ? Kȧn ..Vergleichung. Vgl. Jesaja 13,4, Peschita.

T ! I ?? I - T :l- T! -. : T i i T :l- t: - : Ti v ???

KJip K^?3ü x*? aw i6) wip x^^::ö- 7

T ;(- T: - 1 T ! : t il- Ti - :

(Antwort.) (Aus der) Vergleichung- mit ?Fuß. Wie (es bei) 6 ?Fuß nicht anders ist, ob die Wurzel verniclitet wird, und nicht

anders ist, ob die Wurzel nicht vernichtet wird, so ist es auch (bei) ?Zahn nicht anders, | ob die Wurzel vernichtet wird, und nicht

anders, ob die Wurzel nicht vernichtet wird.

b)

ir bhiri ^v2] ^m;3 iüik xin pi pri v nrsi iü ^ük 1 on )i6 Kn löin ir ^b-in ivt ^^ks i^iün^i ::n3i >^b:?ts laiPi 2

T T - TT- - - j V -; : T T ~: ** T : T ~I

I T ? - : - It T - ! TI T i T ! T : T I T V V - ? -!

1 (Frage). Der Herr hat g-esag-t: ?Und er wird Schaden an-richten (Bier), das ist der Zahn; und so sagt er auch: ?Wie tler Zahn vernichtet. . .. i

2 Der Grund, (daß ,,Bier auf Zahn bezogen wird,) ist, daß der Barmherzige geschrieben hat: ?Wie der Zahn vernichtet. . . W <m

3 aber nicht so geschrieben wäre, j worauf hätten wir es denn l>c-zogen? Etwa auf ?Hörn? Das ist ja schon geschrieben. Etw;i auf ?Fuß? Das ist ja schon geschrieben.

(Antwort.) Es (Bier) ist doch nötig. Man hätte sonst memen

4 können, dies und jenes beziehe sich auf ?Fuß. Dieses (aui den

Z. 6. H.: «S *cj 1».

b) Die Notwendigkeit des Beweises für die Richtigkeit d r Ableitung der Beschädigung durch den Zahn.

Ohne den Beweis hätte man beide Worte, ?Schillach und ?lier, auf die Feldbeschädigung, die das Vieh durch den Fuß verursacht, be-zielien können, und zwar ?Schillach auf den Fall, daß das Vieh hin-getrieben wurde, ?Bier auf den Fall, daß es von selbst hingegangen ist.

Auf die Frage, woher wir nun, da ?Bier auf die Beschädigung durch den Zahn bezogen wird, wiesen, daß der Schaden auch dann ersetzt werden muß, wenn das Vieh von selbst hingegangen ist, wird geantwortet; aus der Analogie der Beschädigung durch den Zahn, wo es hinsichtlich der Eisatzpflicht nicht darauf ankommt, ob das Vieh hingetrieben worden oder von selbst hingegangen ist.

Z. 3. H.: NJü>piö. ? PI., M. u. Bez. «a.n; . . . «3»n:, W.: i^n; . . . y<n

Z. 3-4. M.: TN NGm inD tiüSn.

Z. 4. M., V., H. u. J.: ab^aa i^Ki tin m)rz rrhai an. W, >nik h^bt nn N>Bß ^»int nm.

»ni^^ so P. Liizzatto Grammatik, S. S3 liest Hiv^. .Scheint ein Infinitiv zur

Verstädiung- des Verbalbegriffes zu sein.

T : T : T T t

Fall), daß es (das Vieh) von selbst hing-egang-en ist, jenes (auf den Fall), daß es hing-eschickt worden ist. Deshalb läßt er uns (Bier) hören.

5 (Frage.) Und jetzt, da er es (Bier) auf ?Zahn bezogen hat, woher leiten wir ?Fuß (in dem Falle) ab, wo es (das Vieh) von selbst hingegangen ist?

(Antwort.) Aus der Vergleichung mit ,,Zahn. Wie es bei

6 Zahn nicht anders ist, | ob man es (das Vieh) geschickt, und nicht anders ist, ob es von selbst hingegangen ist, so ist. es auch bei ?Fuß. Nicht ist anders, ob man es (das Vieh) geschickt hat, nicht ist anders, ob es von selbst-hingegangen ist.

7

1

C)

w riat^üi bri rxit^ö^r luni ^i?s x*?! nbm kdö^ ^m^b)

I ., - 1 - V V - i - : ?? ? ?? T : - ? ! TT-:- : ? :

(Frage.) Und hätte doch der Barmherzige schreiben sollen ?Schillach., und er brauchte nicht ?Bier, denn Schillach bedeutet

Z. 5. H., M.: NictpiNi. Z. 6. njin n:i:? nji so M. u. H, W. : jt.ST wh.

Z. 6-7. »^13?... 1^ H.: kjöb hm KJB ah) nrtty mhv} mw ab >ö: ?ji ijs sjBpwT Nnioni Die Funkle über NJDpiNT Nncni deuten an, daß diese Worte überflüssig sind.

e) Die Notwendigkeit beider Ableitungsstellen. Von ?Schillach allein hätte man entweder bloß die Beschädigung durch den Fuß abgeleitet, weil diese vor der Beschädigung durch den Zahn ein für die Strafbarkeit erschwerendes Merkmal voraus hat: sie kommt öfter vor und muß deshalb sorgfältig verhütet werden. Oder man hätte von ?Schillach allein bloß die Beschädigung durch den Zahn ab-geleitet, weil diese der Beschädigung durch den Fuß ein für die Straibar-keit erschwerendes Merkmal voraus hat, nämlich, daß der Schaden einen Genuß bietet.

Auf den Einwand, daß beide Beschädigungsarten, da sie gegen-einander je etwas voraus haben und also gleichwertig sind, doch von ?Schillach abgeleitet werden könnten, weil man keinen Grund hätte, die eine der anderen vorzuziehen, wird geantwortet: wenn man beide Beschädigungs-arten von ?Schillach allein abgeleitet hätte, so würden wir bei der Be-schädigung durch den Fuß für den Fall, daß das Vieh von selbst hinge-gangen ist, keinen Anhalt für die Ersatzpflicht haben.

IT ??? 1 V V . T T T ? -: T tIj ? T - - -! :

.. : V ?? ! Ti I ?? I ? 1 i ?? : ? It ?? V 1 T T-i ?? : ) - T

?:3X ^nht nnbti^T ks-H ^p^ö ^sn i^riax ^fV^ xpbo ^ntD^^x nps» 5

T-: - : T ! T ; t - t ? -i I t -: - It . - I -i i ? . I -: -

I T - : - It t ?? : T : t

2 ?Fuß und bedeutet ?Zahn. | Es bedeutet ?Fuß, denn es ist geschrieben: ?Welche schicken den Fuß. Und es bedeutet

3 ?Zahn, denn es ist g-eschrieben: ?Und den Zahn | der Tiere werde ich gegen sie schicken.

(Antwort). Wenn der überflüssige Vers nicht wäre, hätte ich meinen können, ?Schillach bedeute entweder das oder das. Ent-

4 weder ,,Fuß, weil seine Schädigung gewöhnlich ist, | oder ?Zahn, weil bei seiner Schädigung ein Genuß vorhanden ist.

(Frage) Fürwahr! Sie sind doch gleichwiegend, und es hätten doch beide kommen können. Denn welches von ihnen wolltest du auszeichnen?

6 (Antwort.) Es (Bier) ist doch nötig. Es hätte aufkommen

können deine Ansicht, daß ich meine, jene Worte, die von Schillach angeleitet worden wären, beziehen sich nur auf den Fall, daß man

6 es (das Vieh) hingeschickt hat, (auf den Fall aber, | daß es) von selbst hingegangen ist (beziehen sich die Worte) nicht. Deshalb läßt er es (Bier) uns hören.

n. 2.

T : ? I t T t -; ! V : t s -; s ? ? I - : t s

1 Was ist die Unterart von ?Zahn? Wenn es (das Tier) sich

zu seinem Vergnügen an der Wand gerieben hat, und wenn es zu seinem Vergnügen Früchte beschmutzt hat.

Z. 3. P.: nn»ni, G.: nw, H.: «n»n. ? W.: tpvm.

Z. 4. M.; niß n;»-is n nsjn t»<T p in. ? .750 nach Levy = T??, nach Luzzatto = I»73-»«n. ? »n-i M.: >n.

Z. 5. ^WN V. u. H.: -^iBS»« t6a. ? ^mhio f hm nvn »^t? *??.!?? M. u. H.: nijip mhis-: nvn-? W.: nSis! »;m.

2. Die Unterarten der Beschädigung durch den Zahn.

Nachdem der pentateuchische Ursprung der Beschädigung durch den Zahn und den Fuß festgestellt worden ist, werden bei jeder dieser Beschädigungen nacheinander die Fragen behandelt:

1, Welche Unterarten diese Beschädigungen haben,

2. Ob der Ausspruch R. Papas, daß manche Unterarten den Haupt-arten gleichen, sich auf diese bezieht.

.. - I V T FT-: I r : I T V : T T -i ?? l I ?? T J T T T -: :

V V : T : - TT - - T I T

i Was ist ?Zahn anderes (als diese Unterarten), wo es doch

bei seiner Schädigung einen Genuß gibt, und es dein Geld ist,

5 und. seine Bewachung dir obliegt. Bei jenen (ist es doch) | eben-falls (so): es gibt einen Genuß bei ihrer Schädigung, und sie sind dein Geld, und ihre Bewachung liegt dir ob.

Nun denn! Die Unterart von Zahn ist gleich ?Zahn, und

i was I R. Papa gesagt hat bezieht sich auf die Unterart von ?Fuß.

3-

I V V T-!- ! T ? I V V T ! It ? ? ? V V . T;

1 Die Unterart von ?Fuß, was ist sie? Wenn es (das Tier) be-

schädigt hat mit seinem Körper während des Gehens, mit seinem

Als Unterarten der Beschädigung durch den Zahn werden die Fälle genannt, wo das Tier aus Kurzweil sich aii der Wand gerieben und da-durch Schaden angerichtet oder sich aus Kurzweil auf Früchten gewälzt und sie beschmutzt hat.

Daß diese beiden Fälle als Unterarten von ?Zahn zu gelten haben, wird nicht bestritten. Hingegen wird nachgewiesen, daß der Aus-spruch R. Papas sich darauf nicht beziehen könne, weil hier die Hauptart und Unterarten die gleichen straferschwerenden Merkmale haben: der Schaden bietet einen Genuß, die Urheber des Schadens sind jemandes Eigentum und müssen bewacht werden.

Nunmehr wird zu der zweiten Beschädigimgsart des Ochsen ge-schritten: zur Beschädigung durch den Fuß.

Z I. Nrt H.; i,Tj. nsjtD) M.: nsj>2.

Z 2. M.: «Dl.

Z. 3. M. u. H.: nmCiri . . . nptn;. W.: imßiri . . . ipin?.

3. Die Unterarten der Beschädigung durch den Fuß.

Wieder wird untersucht:

1. Welche Unterarten diese Beschädigung hat,

2. Ob der Aussprach R. Papas sich darauf beziehen kann.

Wie vorher, wird auch jetzt der gegen die genannten Unterarten erhobene Einwand, daß diese Beschädigungsarten doch die gleichen Merk-male wie die Hauptart haben, nämlich: sie kommen oft vor, ihre Urheber sind jemands Eigentum und müssen bewacht werden, daß also der Aus-

:? :? T ! TT-:-; : T ? : V t l : : . T v T ?-? | . i . i

T: TT - - r I T ? : v v : v vi t : t ?; I v t I t T ? :

man 5.

2 Haar während | des Gehens, mit dem Futtersacke, der an ihm hängt, mit der Halfter, den es. im Maule hat, mit der Schelle, die an seinem Halse hängt.

3 Was ist denn ?Fuß anders, | wo doch seine Schädigung oft vorkommt und (der Urheber) dein Geld ist, und seine Bewachung dir obhegt, jene (Unterarten haben doch die gleichen Merkmale):-ihre Schädigung kommt oft vor, und (ihre Urheber sind) dein Geld,

i und ihre Bewachung liegt ihr ob.

Nun denn! Die Unterart von ?Fuß ist gleich ,,Fuß. Und. 5 was R. Papa gesagt hat, (bezieht sich) auf die Unterart | von ,,Grube.

E.

i6 T]ätr nih*ir) T]1W dk xü^p^x in^3 ^xü *iinr mbin i

t:» t : TT-tT T. ? j t:

1 Die Unterart von ,,Grube, was ist sie? Wenn wir sagen

wollten, die Hauptart (ist eine durch eine Grube von) zehn und die Unterart (eine durch eine Grube von) neun (Handbreiten ver-sprach R. Papas sich auf diese Beschädigungsarten nicht beziehen könne,. als berechtigt anerkannt.

Es wird mm die neue Behauptung aufgestellt, daß der Ausspruch R. Papas sich auf die Beschädigungen durch die Grube beziehe.

Z. I. Nn H.: T.j, M.: iir;. ?

Z. 2. V. und H. Baba Kamma 17 b: .ssr.sa. In dem vokalisierlen Mischnakodex,. den S. Krauß, Griechische u. lat. Lehnwörter im Talmud, zitiert, und in A. Schabbat V, i: ««3i?1lß3. Hingegen A. Kelim XI, 5: N^sßins = (topßsia.^ M., J.: na nSjsis rj^^ra n?>-t» f):wr nt)hn. V.: n>£rc (l) N!:r.i:2 n^p r,:i.s2 niiin «sa. H.: »Nö nriVn. Baba Kamma 17b u. Kidduschin 22 a: n^byi: :i;in2 ntthrc mK«2D Jim nD2D N3BnB2i r.hyw sjtjüni

Z. 3. M. u. H.: npnm, W.: ipifn. ? M. u. H.: inTöBi, W.: inTi:»i.

E. DIE BESCHÄDIGUNG DURCH DIE GRUBE. IHEE

UNTERARTEN.

Die Frage, welche Unterarten diese Hauptart habe, vermag die Gemara nicht so leicht, wie bei den vorher genannten Hauptarten zu beantworten.

Die Ansicht, daß die Beschädigung durch eine Grube, die zehn Hand-breiten tief ist, eine Hauptart und die Beschädigung durch eine neun Hand-

^üK h .n^n^ iissm -ii.^^p i6 «n S^ns niw ^bi S^na ni?tyn 2

- T V ; ? .. - . t: I- T ... I TT -: : ?? ? ; T i ?

nn^)2 ^^i2V rpt5 nrt^n nn^)2 ^lar n^it^r pa^: ^nh D^pi x3önn 3

T ? ? : T J !? ?: T ! ? T ? : T t r -: 1T t : : l ? : TT-:

. - t T T 1 I ? ?! ? T V ; T ? : T V I I - ! T

ursachte ßeschädig-ung). Es werden doch (im Pentateiich) weder |

2 neun noch zehn erwähnt.

Das ist kein Einwand. ?Und der Leichnam soll ihm g-ehören,

3 hat der Barmherzig-e gesagt. Nun steht für unsere Lehrer fest, daß zehn (Handbreiten Tiefe) den Tod verursachen, neun (Handbreiten Tiefe aber wohl) Beschädigungen, nicht aber den Tod verursachen.

4 Aber schließlich ist doch dieser Fall eine Hauptart der Tötung und jener Fall eine Hauptart der Beschädigung.

breiten tiefe Grube eine Unterart sei, erweist sich bei näherer Betrachtung als haltlos.

Zwar begründet die Gemara den pentateuchischen Ursprung dieser Differenzierung hinsichtUch der Tiefe durch Berufung auf eine alte Über-lieferung. An jener Pentateuchstelle, die von der Beschädigiuig durch die Grube handelt (Exod. 21, 34), wird nämlich von dem Leichnam des in die Grube gefallenen Tieres gesprochen. Die Grube, so wird gefolgert, muß also so tief sein, daß sie den Tod herbeizuführen vermag. Nach einer alten Überlieferung kann nun eine Grube, die nur neun Handbreiten tief ist, wohl eine Körperverletzung, nicht aber den Tod herbeiführen.

Aus dieser Feststellung geht aber zugleich henor, daß die Be-schädigungen durch eine Grube von 9 und eine Grube von 10 Handbreiten niclit im Verhältnis von Unterart und Hauptart, sondern im Verhältnis zweier Hauptarten zueinander stehen. Die erstere ist eine Hauptart der Körper-verletzung, die letztere eine Hauptart für Tötung.

Hingegen wird die nunmehr aufgestellte Ansicht, daß die durch einen Stein, ein Messer oder ein Gepäck, die auf einem öffentlichen Platze hingelegt worden, verursachte Beschädigung eine Unterart von ?Grube sei, als richtig anerkannt.

Es wird aber, wie in den früheren^Fällen, auch hier- durch folgende Betrachtung nachgewiesen, daß diese^Beschädigung sich durch nichts von der Hauptart unterscheide.

Wenn jemand einen ihm gehörenden Gegenstand auf einem öffent-lichen Platz hinlegt, so sind zwei Fälle möglich. Entweder er veizichtet auf den hingelegten Gegenstand, oder er verzichtet nicht darauf.

Was nun den ersteren Fall betrifft, so sind Rab und Schemuel, die, wie wir. sehen werden, über diese Beschädigungsart sonst verschiedene Ansichten äußern, darin einig, daß hier eine der Beschädigung durch die Grube gleiche Beschädigungsart voriiegt.

yh ra ininpasn ^x ^üt ^yn ip^-tm ysin nity-ia ]mr^ iKt^bi i

-t I - I .!: I - I . T ? ?? I . . i ? -T : . I T ? ?? v : -

Nun denn! Der Ausspruch R. Papas bezieht sich auf .den 6 Stein, das Messer | und das Gepäck, die jemand auf einen öffent-lichen Platz hingelegt hat, und die Schaden angerichtet haben.

Wie ist das zu verstehen? Plat er (derjenige, der die Gegen-stände hingelegt hat) auf sie verzichtet, (so ist doch dieser Fall) sowohl 6 nach der Ansicht Rabs | als auch nach der Ansicht Schemuels gleich

Über den letzteren Fall streiten Rab und Schemuel. Nach Schemuel ist diese Beschädigung der Beschädigung durch die Grube gleich. Nach Rab aber haben wir es hier garnicht mit einer Unterart von der Be-schädigung durch die Grube, sondern der durch den Ochsen zu tun, weil hier die gleichen Merkmale wie bei der Beschädigung durch den Ochsen vorliegen: der Urheber des Schadens gehört jemand (während die Grube demjenigen, der sie geöffnet hat, nicht gehört), und derjenige, dem er gehört, ist für den Schaden verantwortlich.

Aber selbst, wenn wir hier den letzteren Fall setzen, d. h. daß der Eigentümer auf den Gegenstand, der den Schaden verursacht, nicht ver-zichtet hat, und wenn wir uns auch noch der Ansicht Schemuels an-schließen, der diesen Fall von der Beschädigung durch die Grube ableitet, so haben hier doch die Haupt- und die Unterart die gleichen Merkmale: die Beschädigungsgefahr besteht seit dem Augenblick, da die Grube geöffnet und der Gegegenstand hingelegt worden ist, die Beschädigungs-urheber sind jemandes Eigentum (vorher wurde aber gesagt, daß man für eine Beschädigung durch eine an einem öffentlichen Platze geöffneten Gmbe verantwortlich ist, daß also die Grube nicht das Eigentum desjenigen zu sein braucht, der sie geöffnet hat. Vgl. w. i. ?49 b und Tosafot zu unserer Stelle) und müssen bewacht werden. Der Ausspruch R. Papas kann sich also auf diesen Fall nicht beziehen.

Z. I. M.: HB>jN inj>j «0.? H.: inu. ? nitoy,. ?zehn, zu ergänzen: c^nsa ?Hand-breiten. Vgl. Baba Kamma V, 5. ? f^rim. M. u. H.: nVjin.

Z. 2. Jisnt ?und der Leichnam: Exod, 21,36.

Z. 3. H.: nvicn nn>ß is u;»» im siöm. ? W.: paj) . H.: niy jpr: nnö nsy t^b nyien, M.: nnü naj) t^b nyvn. ? P.: >lt^b, G.: in?.

Z. 4. WaxN M.,V. u. H.: ua«. Vgl. Baba Kamma 28b. ? »m (so P) ?zu verstehen, wörtlich: ?denlit er. Vgl. Ester 4,13: ßlvi. Levy liest not ?ähnlich.

Z. 5. an ?Rab. Sohn des Ajbo (Synedrin 4a; Pesachim ga]. Eigentlich Abba Arika (Nidda 24 b und a. a. Stellen), auch schlechtweg Abba (Tosefta Beza i und a. a. Stellen). War Schüler R.Jehudas, des Redaktors der Mischna (Chullin 137 b und a, a. Stellen), ging im Jahre 218 u. Chr. nach Baby-lonien, gründete und leitete die Akademie zu Sura, starb 247. Vgl. Scherira, Brief; Seder Tannaim we-Amoraim; Rapoport, Erek Miliin; Halevy, Dorot II, 215 ff. ?

VI-! Ti - TT - -tIt-: : :

?Grube. Wenn er aber auf sie nicht verzichtet hat, (so ist dieser Fall), wenn wir uns der Ansicht Schemuels anschließen, der sagt:

7 ?Alle diese (Beschädigung-sarten) leiten wir von (der Beschädigung durch) die ?Grube ab, gleich ?Grube.

Wenn wir uns aber der Ansicht Rabs anschließen, der sagt: ,,Alle diese (Beschädigungsarten) leiten wir von (der Beschädigung

8 durch den) Ochsen ab, so ist doch dieser Fall gleich ?Ochse.

Was ist denn anders ,,Grube, daß es so ist (daß die Beschädi-gung- stratbar ist), weil sie von Anfang an, da sie geöffnet worden, schädigungsfähig war, und dein Geld ist und bewacht werden

9 muß, bei jenen (Gegenständen) ist es doch auch so: sie waren von Anfang an, da sie hingelegt worden sind, schädigungsfähig, sie sind dein Geld und müssen bewacht werden.

10 Nun denn! Die Unterart | von ?Grube ist wie ?Grube, und was R. Papa gesagt hat, bezieht sich auf die Unterarten von ?Mabe.

F.

T: t : I . T 1 ?? - V ???. t ! ?? ; ?

1 Was sind diese ? Wenn wir uns der Ansicht Schemuels an-

schließen, der sagt: ,,Mabe, das ist der Zahn, so haben wir doch

Z. 6. hmnf ?Scliemuel. Sohn des Aba bar Aba (Kidduschin 44 b und a. a. Stellen) in Babylonien, Schüler (auch Arzt?) R. Jehudas, des Redaktors der Mischna. (Baba Mezia 113 b). Leitete die Akademie zu Nehardea ia Babylonien und starb 254 n. Chr. (Scherira, Brief). Wegen seiner hervorragenden astrono-mischen Kenntnisse führte.er den Beinamen Jarchinaa. ? M. u. H.: »s 112

Z. 8-9. H.: i6n nw.

Z. 8. 11JIB0.1. M.: Niicei.

F. DIE PLUßBESOHÄDIGüNG DUEOH MABE. IHEE ÜNTERAETEN. Die Behauptung, daß der Ausspruch R. Papas sich auf die Unterarten der Beschädigung durch die Grube beziehe, hat sich als unhaltbar erwiesen. Nunmehr wird die dritte Beschädigungsart unserer Mischna, die Beschädigung durch Mabe, herangezogen. Und es wird dann nachgewiesen, daß unser Aussprach sich auf diese Beschädigungsart nicht beziehen kann.

I ?? .. I .. XI T TT I- : T I I T T ?? T T - ?

in3 -K Kin ins ^pit^p ^hna ^inn ^« ^x:i ^3-t ir3i in3k «?« it^^ 4

2 bereits festgestellt, daß die Unterart | von ?Zahn gleich ?Zahn ist. Wenn wir uns aber der Ansicht Rabs anschließen, der sagt: ,,Mabe, das ist ein Mensch, welche Hauptart und welche Unter-

3 arten gibt es bei ihm (dem Menschen)? | Wenn du etwa sagen wolltest, die Hauptart (wird) wachend, die Unterart schlafend (ver-ursacht, so haben wir dagegen einzuwenden, daß) wir doch gelernt haben: ?Der Mensch gilt stets als verwarnt, gleichviel ob wachend

4 oder schlafend.

Nun denn! Der Ausspruch R. Papas bezieht sich auf seinen (des Menschen) Speichel und Nasenschleim. Wie ist das zu ver-stehen? Haben sie (die Flüssigkeiten) AAährend des Ausscheidens geschädigt, so ist es doch seine (des Menschen) Kraft. Wenn sie

Der Streit zwischen Rab und Schemuel, bezüglich der Bedeutung des Wortes Mabe ist bereits (w. o. S. i) erwähnt worden. Schemuel versteht unter Mabe eine Beschädigung, die durch das weidende Vieh, also durch den Zahn, verursacht worden ist. Von der Hauptart der Beschädigung durch den Zahn ist aber (w. o. S. 21) gesagt worden, daß ihre Unterarten ihr gleichen. Im Sinne Schemuels also kann sich der Ausspruch R. Papas auf Mabe nicht beziehen.

Es kommt hier nun noch die Ansicht Rabs in Betracht. Dieser versteht unter Mabe eine Feldbeschädigung, die der Mensch unmittelbar verursacht.

Nun werden die bekannten zwei Fragen gestellt: welche Unterarten diese Beschädigung habe, und ob unser Ausspruch sich darauf beziehen könne.

Die Ansicht, daß die Beschädigung, die der Mensch wachend ver ursacht, eine Hauptart und diejenige, die er schlafend verursacht^ eine Unterartsei, wird durch den Lehrsatz widerlegt, wonach beim Menschen hinsichtlich der Verantwortlichkeit kein Unterschied gemacht wird, ob er den Schaden schlafend oder wachend verursacht hat.

Auch die zweite Ansicht, wonach die durch den Speichel oder den Nasenschleim verarsachte Beschädigung eine Unterart der Beschädigung durch den Menschen sei, läßt die Gemara nicht gelten. Entweder, so wird eingewendet, hat die Flüssigkeit während des Ausscheidens den Schaden verursacht, dann haben wir es hier mit einer vom Menschen unmittelbar verursachten Beschädigung, also mit einer Hauptart und nicht mit einer Unterart zu tun. Oder die Schädigung ist nach dem Ausscheiden erfolgt, dann ist sie durch eine Sache verursacht worden, auf die der

^p) ni?n^3 nrai^j nn^in ih^ lis ^y^ri bxiüti^p pa s^b p2 n^.?^ 5

?? : T : - TT - - 7 It

5 aber beschädigt haben, nachdem | sie in einen ruhenden Zustand gelangt waren, (so ist doch diese Beschädigung) sowohl nach Rab als Schemuel gleich ?Grube.

Nun denn! Die Unterart von ?Mabe ist gleich ?Mabe, und

6 was R. Papa gesagt hat, bezieht sich auf die Unterarten von ?Feuer.

Cr.

1^^ t2>Ki3 ]mrit ii^m) i5^3p 153« xü^S^5 s^^n sö mi^ nnpin ^

1 Die Unterart von ,,Feuer, was ist sier Wenn wir etwa

sagen wollten, (es handele sich hier um) einen Stein, ein Messer

Eigentümer verzichtet hat. Über eine solche Beschädigung aber sind sich, wie bereits (w. o.) gesagt worden ist, Rab und Schemuel einig, daß sie als eine Unterart der Beschädigung durch die Grube zu gelten habe.

Z. I. M.: inJJ <Nö npm m?in. H.: NB,n»2iJ npcn nrm. ? M. u. H. und w. u.

3b: ]wn. W.: -fi. Z. 2. n»3 nN H.: wn.

Z. 3. M. u. V.: N:<:n. H.: w:n xn. Baba Kamma 11,6. Z. 4. Kinso Raschi, M., V. u. H.; W.: nin. ? M. 11. Rasclii: «pia. Z. 5. n^JT H.: <nui.

G. DIE BESCHÄDIGUNG DURCH DAS FEUEE. IHRE

UNTERARTEN.

Es wird nun die vierte Beschädigungsart unserer Mischna, die durch das Feuer, mit gleichem Erfolge wie vorher herangezogen.

Wie wir gesehen haben, wurde vorher die Behauptung aufgestellt, daß die Unterart von ?Gmbe eine Beschädigung sei, die durch Gegen-stände verursacht worden ist, welche man auf einem öffentlichen Platz hingelegt hat. Diese Behauptung wird nun jetzt in einer anderen Fassung aufgestellt. Es wird gesagt, daß die Unterart von ?Feuer eine Be-schädigung sei, die durch die genannten Gegenstände (Stein, Messer, Gepäck) in der Weise verursacht worden ist, daß sie bei einem gewöhn-Hchen Winde vom Dache heruntergefallen sind.

Bei näherer Prüfung zeigt sich aber, daß unser Ausspruch sich auf diese Beschädigungsart nicht beziehen kann, weil hier Hauptart und Unterart die gleichen Merkmale haben: eine fremde Kraft (die des Windes) wirkt mit, die Beschädigimgsverursacher sind jemandes Eigentimi und müssen bewacht werden.

Z. I. M.: Hn, W.: wi, H.: w:.

ti< im ?pö Kp hm^ ^ini ^«.^xs^i ^yn pnm n^is:» nnn iSöji s

,.-.._) VT TT-; (t: t t: .. -- . « ^j _-

2 oder ein Gepäck, die er aufs Dach gelegt hat, | und die bei einem gewöhnlichen Winde heruntergefallen sind und beschädigt haben, (so fragt sich nun): wie ist denn das zu verstehen? Haben sie während des Herunterfallens beschädigt, dann ist diese (Beschädi-

3 gung) doch gleich ?Feuer. | Was ist denn ?Feuer anders (als diese Beschädigungsart), wo doch eine andere Kraft damit vermischt ist, und es dein Geld ist, und ihre Bewachung dir obliegt, in jenen Fällen

4 ist es doch auch so: ] eine andere Kraft ist damit vermischt, und sie sind dein Geld, und ihre Bewachung liegt dir ob.

H.

?.? ??? V ?.? : t: TT - - T W ? : ?? I ?? : t : t v

n^ö^ J«^?^nr ninn2£ p» ^:in3 h^i^ bsr^ nn^in «s^^piK kh

1 Nun denn! Die Unterart von ,,Feuer ist gleich ,,Feuer, und was R. Papa gesagt hat, bezieht sich auf die Unterart von ?Fuß..

2 Fuß? 1 Wir haben doch festgestellt, daß die Unterart von ?Fuß gleich ?Fuß ist.

Z. 2. H.: »:tN Kpn nni »s, M.: »jwpi« »k. W. : i^mi.

Z. 3. »Nö H.: NDi. ? P.: ai-ij>ö, G.: anv;i3. ? M.: inTCtri siißBi na ntCD. ? M3 so M., Raschi u. Ch. W. hat jna, am Rande aber: na. ? H : l»n>öisi. Bo.; im^ttBl. Z. 3-4. Bei H. fehlt: yh; . . . Jn. Z. 4. t1»5)> . .. inN_ M.: na y»ca n-K.

H. DIE BESCHÄDIGUNG DURCH DE^F FUSS. WIEDER-AUFNAHME DER DISKUSSION DARÜBER.

Nachdem alle-Versuche, den Ausspruch R. Papas auf eine der in der Mischna und in dem Ergänzungslehrsatz (w. 0. S. 9, D.) angeführten Be-schädigungsarten zu beziehen, gescheitert sind, kehrt nun die Gemara zu einem der verlassenen Standpunkte zurück und behauptet von neuem, daß der Ausspruch R. Papas sich auf die Unterart von der Beschädigung durch den Fuß beziehe, und zwar handle es sich um den Fall, daß das Tier beim Gehen Geröll losgelöst und auf diese Weise Schaden angerichtet hat. Diese Beschädigungsart unterscheide sich von der Beschädigungsart durch den Fuß dadurch, daß hier, gemäß einer alten Überiieferung, nur der halbe Schaden zu ersetzen ist, während bei der Beschädigung durch den Fuß der ganze Schaden bezahlt werden muß. Beide Beschädigungs-arten sind aber darin gleich, daß derjenige, der für den Schaden verant-worthch ist, diesen, falls er nicht mit Geld zahlen will, durch das beste Grundstück ersetzen muß.

n^h^vn p hhi^b bni^ nnbin nb np ^i^m) nb »

Es handelt sich hier um den halben Schaden für das Geröll, 3 worüber eine Halaka überliefert worden ist. | Und warum nennt er es eine Unterart von ?Fuß? Weil man (in diesem Falle)-mit dem besten Grundstück bezahlen muß.

Z. I. JJT H.: h)-)! mbin.

Z. 2. P.: »V?. G.: >snn).Vgl. Baba Kamma 15a. ? P. 11. A. Baba Kamma II, i:

nn-iif G.: nnns.

^ya^ ?ist überliefert (wörtlich; gelernt) worden, kommt vor:

1. in Verbindung mit um)!) (Baba Kamma 15b, 17b, iiob; Nasir 2Sb; Tenuira i8a; Bekorot i6a).

2. in Verbindung mit Nim (Moed Katan 5a; Taanit 17 b; Synedrin 22b; Sebachim iSb),

3. ohne Verbindung (Berakot 56 a, 58 a, Sga).

An allen diesen Stellen kann sich n>ej nur auf die Sache, die gelernt worden ist (bei den unter 3 angeführten Stellen ist K1BJ oder «ns^n zu er-gänzen), undnichtaufdiePersonen, die dieSachegelernthaben,beziehen..Denn

1. kann >1*bj als partic. pass, nicht ?sie haben gelernt übersetzt werden. Ein partic. pass. mit aktiver Bedeutung, wie es Dalman (Grammatik des jüd.-paläst. Aramäisch, 1894, S. 22g) und Bacher (die Agada der babyl. Amoräer, 1878, S. 41) im Talmud zu finden glauben, ist eine contradictio in adiecto. Die von ihnen angeführten Beispiele sind unglücklich gewählt, da diese fast ausschließlich Media sind. Die LA. jiapj, die Bacher an-führt, ist auch nicht sicher. Die Berditschewer Ausgabe (1897) hat an allen Stellen p>BpJ;

2. wird im Talmud niemals von Lehrern ausgesagt, daß sie etwas ,,gelernt, sondern daß sie etwas ,,gelehrt haben;

3. müßte es, wenn das Verbum sich auf Personen beziehen würde, m; n>»;i und nicht n? heißen.

Aus allen diesen Gründen geht hervor, daß wir es hier mit einem part. pass. fem. zu tun haben xmA also NW? lesen müssen. Die Entstehung der fehlerhaften LA. »TOJ läßt sich aus der Tatsache erklären, daß in der talmudischen Literatur der Buchstabe » am Ende des Wortes sehr häufig durch das Abbreviaturzeichen , das ja dem > ähnlich ist, ersetzt zu werden pflegt. Die Frage, ob NiDJ maskul. oder fem. ist, braucht hier wohl nicht erörtert zu werden, da sich ja das n^ für alle Fälle auf Hiüi bezieht. Z. 3. n^ H.: in*;. Baba Kamma 15 b, 17 b und iiob hingegen hat H. n?. Nach

Bez. haben manche: «in njidbt fh (vgl. auch Raschi). ? n^vijjn ?dem besten

Grundstück*. Vgl. Baba Kamma 16 a u. Gittin V,i.

Realkonkordanz.

Die folgende Probe soll ein Beispiel dafür geben, in welcher Weise am Schlüsse eines jeden Traktates der reale Gehalt unter Mitwirkung von Fachmännern der ver-schiedenen Gebiete dargestellt werden wird.

EINLEITUNG:

Teil I. Literaturgeschichtliches . .

? 2. Biographisches

Band I. RELIGION:

? I. Dograatik

? 2. Ritualien;

Abschnitt i. Zeremonien: Kapitel I. Feste: A. Sabbatgesetze:

Der Talmud unterscheidet im allgemeinen zwischen Normen, die ausdrücklich im Pentateuch vorkommen, und solchen, die von den pentateuchischen Sätzen ab-geleitet sind. Jene heißen Väter oder Hauptarten. Diese werden Kinder oder Unter-arten genannt und haben eine geringere Bedeutung.

?Es gibt 39 Hauptarten von Arbeiten, die am Sabbat nicht verrichtet werden dürfen (Seite 5 B.).

Der pentateuchische Ursprung dieser Anzahl der Hauptarbeiten ist nicht ganz klar. Nach der Ansicht des R. Chanina bar Chama (Schabbat 4g b) verhält es sich damit folgendermaßen. Exod. 35 wird das bereits vorher ausgesprochene Gebot der Sabbatruhe ganz unmotiviert wiederholt, um unmittelbar darauf die Arbeiten zu be-schreiben, die bei der Herstellung der Stiftshütte verrichtet wor.den sind. Durch diese Zusammenstellung (meint R. Chanina) wollte der Pentateuch die Arbeiten angeben, die am Sabbat nicht verrichtet werden dürfen. An unserer Stelle wird diese Ansicht anonym wiedergegeben (Seite 7, Z. 7/8).

Die Nebenarbeiten werden zwar, wenn sie allein verrichtet werden, ebenso schwer bestraft, wie die Hauptarbeiten (Seite 6, Z. 2?3). Sie unterscheiden sich aber von den Hauptarbeiten durch folgendes: ,,Wenn jemand zu gleicher Zeit zwei Hauptarbeiten oder zwei. Nebenarbeiten am Sabbat verrichtet, so macht er sich einer doppelten Sünde schuldig. Wenn er aber eine Hauptarbeit und

ihre Nebenarbeit zugleich verrichtet, so macht er sich nur einer einfachen Sünde schuldig (Seite 61^, Z. 4?6). Das ist die Ansicht eines Anonymus. R. Elieser hingegen rechnet auch ? die gleichzeitige Verrichtung einer Hauptarbeit und ihrer Nebenarbeit als eine doppelte Sünde an (Seite 7, Z. 6/7).

Maim, III, H, Scliabbat 7, 2, enscheidet nach der Ansicht des Anonymus.

B. Reinheitsgesetze:

?Die Hauptarten der Unreinheiten sind: das kriechende Tier, das Sperma und der Verunreinigte durch einen Toten .... Die Hauptarten verunreinigen Kleider und Geräte, die Unterarten aber verunreinigen Speise und Getränke, Kleider und Geräte aber nicht (Seite 8 II, Z. 1?3).

C. Speisegesetze

Abschnitt 2. Liturgie

Band 2. SPRACHWISSENSCHAFTLICHES:

Teil I. Bibel:

Abschnitt i. Textkritik

? 2. Exegese:

x. Pentateuch:

Bxod. 21,28: ?Und wenn ein Ochse stoßen wird (jiggach, Imperfektum von Negicha) einen Menschen . . . Negicha be-deutet: stoßen mit dem Home (Seite 9 I).

Bxod. 21,35: ?Und wenn ein Ochse stoßen wird (jiggof, Imperfekt, von Negifa) einen Ochsen . . . Dieses Negifa, das sonst ,stoßen mit dem Körper bedeutet, ist hier gleich Negicha, also ,stoßen mit dem Plorne (Seite 13 a, Z. 3).

Negicha, das ein ungefährliches Stoßen bedeutet, wird in bezug auf das ,Stoßen gegen einen Menschen verwendet, weil dieser die Geschicklichkeit besitzt, der Gefahr auszuweichen. Negifa, das ein gefährliches ? Stoßen bedeutet, wird in bezug auf das ,Stoßen gegen ein Tier angewendet, weil dieses nicht die Geschicklichkeit hat, der Gefahr auszuweichen (Seite ißbb, Z. 2/3).

Bxod. 22,4: ?Und er wird schicken (w-schillach) sein Vieh und wird Schaden anrichten (u-bier) . . .. Schillach bezieht sich auf die Beschädigung durch den Fuß. Bier bezieht sich auf die Beschädigung durch den ZahnJSeite. 15 II? .16, Z. i~2).

B. Propheten:

?Ha-galal (i. König-e 14,10), das ?Kot bedeutet, wird mit ?Zahn übersetzt (Seite 16II, Z. 2/3).

Teil 2. Sprachliches:

Die Zahl 39 wird mit ?Vierzig- weniger eins ausgedrückt {Seite SB).

Band 3. VOLKSKUNDE

? 4. GESCHICHTE .

? 5. GEOGRAPHIE

? 6. RECHTSWISSENSCHAFT . . ;

Teil I. Zivilrecht:

Abschnitt i. Allgemeiner Teil

? 2. Schuldrecht:

A. Schuldverhältnisse im allgemeinen

B. Schuldverhältnisse aus Rechtsgeschäften ....

C. Schuldverhältnisse aus unerlaubten Plandlungen:

I. Indirekte Beschädigungen: Der Mensch haftet für jeden Schaden, den er selbst ver-ursacht, gleichviel ob wachend oder schlafend (Seite 26, Z. 3).

IL Direkte Beschädigungen: I. Haftung für die Beschädigung durch Tiere:

Der Mensch haftet für alle unter seiner Obhut stehenden Lebewesen, die sich bewegen und Schaden anzurichten pflegen.

So definiert die Mischna (Seite i) den Begriff ?Ochse, von dem Exod. 21 die Rede ist. Vgl. Maim, XI, H. niske mamon 1,1 und Schulchan Aruch IV; 389,1. Nach Rab (Seite 25, Z. 7) hingegen umfaßt der Begriff ?Ochse au jener Pentateuch-stelle nur die Merkmale des Eigentums und der Schädigungsfähigkeit. Demnach sind also auch bewegungslose Sachen gemeint, die jemand gehören und schädigungs-fähig sind.

Hinsichilich des Schadenersatzes wird unterschieden zwischen: a) außergewöhn-lichen, b) gewöhnlichen Beschädigungen.

a) Außergewöhnliche Beschädig-ungen:

I. die Beschädigung durch das Stoßen mit dem Hörne (Seite i), 2. durch das Stoßen mit dem Körper (Seite 12. 3), 3, durch Beißen (ibid.), 4. durch Sichhinwerfen (ibid.), 5. durch Ausschlagen (ibid.).

Die Beschädigung durch das Stoßen mit dem Hörne ist eine Hauptart (Seite i), die übrigen Fälle sind von ihr abgeleitet und gleichen ihr (Seite 12. 3; 15, Z. 3].

Bei außergewöhnlichen Beschädigungen wird unterschieden, ob der Tierhalter bereits verwarnt worden ist oder nicht. Im ersteren Falle muß er den ganzen Schaden ersetzen, und zwar von dem besten Grundstück (Seite i). Im letzteren Falle hat er nur den halben Schaden zu bezahlen, und zwar gemäß Exod. 21, 35: ?. . . so sollen sie den lebendigen Ochsen verkaufen und das Geld teilen und das Aas auch teilen . . .

b) Gewöhnliche Beschädigungen:

1. die Feldbeschädigung durch den Zahn (Seite 9), 2. die Feldbeschädigung durch den Fuß des Tieres (ibid.)i), 3. die Be-schädigung, die das Tier verursacht, indem es sich zum Vergnügen an der Wand reibt (Seite 20 II), 4. die Beschädigung, die das Tier verursacht, indem es Früchte zum Vergnüg-en beschmutzt (ibid.); ferner die Beschädigungen, die das Tier während des Gehens an-richtet: 5. mit dem Körper (Seite 21. 3), 6. mit dem Haare (ibid.), 7. mit dem Futtersack (Seite 22, Z. 2), 8. mit der Halfter (ibid.), 9. mit der Schelle (ibid.), 10. durch das Geröll, das es losgelöst hat (Seite 28 H).

Die Feldbeschädigung durch den Zahn und den Fuß kommen im Pentateuche vor vmd sind also Hauptarten (Seite 9d, 15 II? 16, Z. 1/2). Die übrigen Beschädigungen sind von ihnen abgeleitet und gleichen ihnen ? bis auf den unter 10 angeführten Fall ? hinsichtlich des Schadensersatzes (Seite 20II?22, 28 H.

Der Tierhalter gilt bei gewöhnlichen Beschädigungen stets als verwarnt (Vgl. Maim, XI, H. niske maraon i, 4). Er muß den ganzen Schaden ersetzen, und zwar von dem besten Grundstück, wenn er den Schaden nicht mit Geld bezahlen will (Seite i).

Eine Ausnahme bildet die unter 10 angeführte Beschädigung, für die, einer Überlieferung gemäß, nur der halbe Schaden zu zahlen ist, und ZMar ebenfalls vom besten Grundstück (Seite 28H?29).

2. Haftung für den Schaden durch Verkehrsstörung: Der Mensch haftet für den Schaden, den er verursacht, wenn er:

I. eine Grube auftut und offen stehen läst^), 2. ?seinen Stein,

^) Es kommt nicht darauf an, ob das Tier bei der Schädigung der Pflanze die Wurzel vernichtet oder nicht, und ob das Tier hingeschickt wird oder nicht (Seite 17?18, Z. s?7 u. S. 19, Z. 5?7).

-) Über die Frage, ob jemand, der auf seinem eigenen Grundstücke, das er dem öffentlichen Verkehr freigegeben hat, eine Grube offenstehen läßt, für den

sein Messer und sein Gepäck auf einem öffentlichen Plate hingelegt hat^), 3. Wenn er Speichel und Nasenschleim auswirfts).

Die Beschädigung durch die Grube ist eine Hauptart (Seite i); die ütirigen Fälle sind von ihr abgeleitet und gleichen ihr (Seite 23/24, Z. 4/5).

Der Haftende hat den vollen Schaden zu ersetzen, und zwar von dem besten Grundstück (Seite i).

3. Haftung für Windschaden: ? Der Mensch haftet für den Schaden, den er verursacht hat: I. durch unverwahrtes Feuer (Seite i), 2. durch Gegenstände, die er auf das Dach gelegt hat, und die bei einem gewöhnlichen Winde heruntergefallen sind (Seite 27/38, Z. 1/2).

Die Beschädigung durch das Feuer ist eine Hauptart (Seite i). Der andere Fall ist von ihr abgeleitet und gleicht ihr (Seite 27/28, Z. 1/2).

Der Haftende hat den vollen Schaden zu ersetzen, und zwar vom besten Grundstück (Seite i).

Teil 3. Sachenrecht .

? 4. Familienrecht

., 5. Erbrecht.

6. Zivilprozeß

7. Strafrecht

))

Abschnitt . . . Strafausschließungsgrund:

Wenn jemand verwarnt worden ist, weil sein Tier einen

Menschen getötet hat, so gilt er auch als verwarnt, für den Fall,

daß das Tier hinterher ein Tier getötet hat. Wenn er aber verwarnt

worden ist, weil sein Tier ein Tier getötet hat, so gilt er nicht als

Schaden haftet, wird (Baba Kamma 49b) gestritten. Vgl. Maim, XI, H, niske mamon 13, 2 und Schulchan Aruch IV, 410, i). Hinsichtlich der Tiefe gelten fol-gende Bestimmungen: Eine zehn Handbreiten tiefe Grube ist tötungsfähig, eine neun Handbreiten tiefe Grube hingegen ist nur beschädigungsfähig, nicht aber tötungs-fähig (Seite 23, Z. 3/4). Wer also eine Grube von neun Handbreiten Tiefe offen-stehen läßt, haftet nur für Beschädigungen und nicht für Tötungen (Vgl. Raschi).

) Rab betrachtet in dem Falle, daß jemand Gegenstände hinlegt, ohne auf sie zu verzichten, die entstandene Beschädigung als eine Unterart der Beschädigung durch den Ochsen (Seite 25, Z. 7/8).

^) Wenn der Schaden während des Auswerfens entstanden ist, liegt hier eine direkte Beschädigung durch den Menschen vor (Seite 26, Z, 4).

verwarnt, wenn das Tier hinterher einen Menschen getötet hat (Seite 13/14, Z. 3/4).

Würde er nämlich im fetztern Falle als verwarnt gelten, so träfe ihn, wenn sein Tier einen Menschen tötet, gemäß Exod. 21, 29, die Todesstrafe.

Teil 8. Strafprozeß

., 9. Öffentliches Recht. . :

Band 7. ALLGEMEINE NATURWISSENSCHAFTEN.

Teil I. Mathematik

,, 2. Kosmologie

,, 3. Astrologie

,, 4. Astronomie .

,, 6. Mineralogie

6. Botanik

7. Zoologie

8. Anthropologie

9. Medizinische Wissenschaften

)i

%

?fi^snj^

sati

«n^w ?^i.V!} n^>y.t

,1^

(ft» /mitj«! p j -p^f Juli»» Wönivi «iitw (tt)» OT (?lifia «m» itijr iS fli».i »i (ly m ?Äj«

Faksimile i.

Cüd. iicbr

ys

der liüiiiL;!. Bibliothek in Müncbeii,

i.% I, i^VriV^ ^^J^CT^ ,^A% ^ <-t (^ >< s ?> , ?^^? (»> 3!^fnS^(

l^Äij V*^ Mir»^ ^5ir ^^t,- , »^ ..^?i.pi! .M.^ ^- <? A j

it i i 1

F.;kii:niic 2. Ci).!, No. lux, der ilambiirL-cr Slailibibiiiihek.

picture3/

I tJ ^J-^riSjT-.wV-.j-i{<Vn%*]h*T?3^i3i^D?jiriyö]pnn^>>iJtJhi^]3nrvöii>i ^is^qöi : <

Von demselben Verfasser sind erschienen und in unsern Verlag übergeg-angen:

Das Vesen Des Judentums.

Geh. M. 2.50, geb. M. 3.? .

Vom 6hetto zur modernen Xnltur.

Geh. M. 5.-, -

Der Organismus des Judentums. ^

(Einleitungsband 711 dejri hier geplantea Werke ?Der babyloDisohe: ;: Talmud) ?

Geh. M. 8.?, geb.-M. la.?. :

Geschichte eines lelienswerkes.

Geh. Mv 1.50.

E

EI

1

??f

picture4/

f-N^.*.

.u-

4:

M?.^ .

-f-r

s?.

s -

) -

.^

j:

.- 1-

c ,

s, -^?

V

»C-j

<- r

-V-^r

?? l

r

Druck von Max Schmersow, Kirchhain N^-L.

/

^

t/

-* V

V ^7;

w i

^

iA-

IL ? ^ ^ ? ^ VI ^ij

y-J^-y-dt

48 423 18:

?-if-

?n3;jj7 ß.^Wj-?

(5

Maj935::

g/^Kö

Wii


Akzeptieren

Diese Website benutzt Google Analytics um seinen Nutzen zu messen. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren