Andreas Hartknopfs Predigerjahre

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Kapitel 1 des Buches: Andreas Hartknopfs Predigerjahre

Karl Philipp Moritz

Andreas Hartknopfs Predigerjahre


Ribbeckenau

– klang schon fatal in Hartknopfs Ohren, als er zum ersten Mal diesen Namen hörte. –

Und da er ihn in seiner Vokation mit großen verschlungenen Buchstaben geschrieben sah, ärgerte sich sein Auge daran.

Ribbeckenau war die Mutterkirche und Ribbeckenäuchen das Filial davon, wozu der Weg über ein Torfmoor führte.

Hier war es, wo der Knäuel seines Lebens sich in labyrinthische Knoten verwickelte, die nur die Schärfe des Schwertes wieder lösen konnte; wo seine Kraft, die sonst freien Spielraum hatte, zum ersten Male in sich gedrängt, allerlei Sprünge und wunderbare Verzierungen in sich machte, weil sie sich selbst nicht kannte.

Durch diese Klemme mußte Hartknopfs Leben selbst noch durchgehen, ehe es ungehemmt in seinem vollen Glanze leuchten und wohltätige Klarheit um sich her verbreiten konnte.

Der, welcher die Nebel der Täuschung schon so oft verscheucht hatte, mußte noch einmal durch Selbsttäuschung von der edelsten Art geprüft, zu einem höheren Dasein vorbereitet, und jeder Keim einer unruhigen Wirksamkeit in ihm ausgerottet werden.


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