Der Affe und der Schusterjunge

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Kapitel 1 des Buches: Der Affe und der Schusterjunge

Wilhelm Busch

Der Affe und der Schusterjunge

        Der Affe sitzt in sanfter Ruh –
Der Schusterbube schleicht herzu.

        Der tupft ihn voller Übermut
Mit der Zigarre, die in Glut.

        Schnell springt der Affe in die Höh;
Denn die Geschichte tut ihm weh.

        Er springt herab und faßt und rupft
Den Buben, welcher ihn getupft,

        Eilt dann zurück mit raschem Schritt
Und nimmt auch noch die Flasche mit.

        Der Affe steht auf einem Bein
Und trinkt den guten Branntewein.

        Der Schusterbub wills ihm verwehren;
Der Affe läßt sich ungern stören,

        Und auf dem Buben mit Geklirr
Zertrümmert er das Trinkgeschirr.

        Des Schusterbuben Wehgeschrei
Lockt einen dicken Herrn herbei.

        Kaum daß der Herr sich dreingemischt,
So hat der Aff den Hut erwischt.

        Dem Herrn sein Hut ist noch ganz neu,
Dem Affen ist das einerlei.

        Der Herr schlägt mit dem spanschen Rohr,
Der Affe hält den Hut davor.

        Und eh es sich versieht der Dicke,
Nimmt ihm der Affe die Perücke.

        Jetzt hat er auch den Stock gepackt
Und biegt ihn, bis er abgeknackt.

        Fort schleicht der Bube und der Dicke,
Der Aff zerstückelt die Perücke.

        Der Affe schlummert ruhig ein,
Voll Seelenruh und Branntewein.

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