Aus den Odi Barbare

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Kapitel 1 des Buches: Aus den Odi Barbare

Vorspiel

Alltagsdichtung hass ich: sie überläßt die
Schlaffen Hüften willig dem Pöbel, ohne
Beben fügt sie sich dem gewohnten Kosen,
Streckt sich, entschlummert.

Mir die wache Strophe, die mit dem Handschlag
Und dem Schritte rhythmisch im Chor einherschwebt;
Greif nach ihrem Fittich im Flug, sie wendet
Sich – widerstrebend.

So, umfaßt vom liebenden Waldgott, windet
Die Bacchantin sich auf dem schneegen Edon;
Schöner hüpfen, unter dem Druck, des Busens
Blühende Reize.

Schrei und Kuß verschmilzt auf dem glühnden Munde,
Sonnenstrahlend lächelt die Marmorstirne
Und die Haare fluten in weiten Wellen,
Wehend im Winde.


I. Buch

Schlechten, gestümperten Versen genügt ein geringer Gehalt schon,
Während die edlere Form tiefe Gedanken bedarf:

Wollte man euer Geschwätz ausprägen zur sapphischen Ode,
Würde die Welt einsehn, daß es ein leeres Geschwätz.

August v. Platen.


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